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Sonntagsfrage: Schwarz-Rot ohne Mehrheit - AfD auf Höchstwert

Die aktuellen Zahlen der INSA-Potential-Analyse zur Sonntagsfrage.

Nach den aktuellen Umfragen hätte die derzeitige schwarz-rote Regierungskoalition keine Mehrheit mehr. Und auch von den derzeit nach Wahlen rechnerisch möglichen Konstellationen ist keine wirklich beliebt. 27 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Bündnis der beiden stärksten Parteien – CDU/CSU und AfD – aus. 17 Prozent favorisieren eine Kenia-Koalition aus CDU/CSU, SPD und Grünen. Jeder Zehnte (10 Prozent) wünscht sich eine CDU/CSU-Minderheitsregierung und 14 Prozent eine rot-grün-rote Minderheitsregierung. Fast jeder Vierte (23 Prozent) spricht sich für keine der genannten möglichen Varianten aus. Bei Männern (32 Prozent) und im Osten (35 Prozent) ist Schwarz-Blau beliebter als bei Frauen (23 Prozent) und im Westen (25 Prozent). Ein Blick auf die Wählerschaften zeigt, dass die relativ meisten Unionswähler (29 Prozent) sich eine CDU/CSU-Minderheitsregierung wünschen, danach folgen eine Kenia-Koalition (26 Prozent) und eine CDU/CSU-AfD Koalition (22 Prozent). 79 Prozent der AfD-Wähler wünschen sich eine Koalition mit der Union. Die relative Mehrheit der SPD- (40 Prozent) und der Grünen-Wähler (46 Prozent) sprechen sich für eine Kenia-Koalition aus. Fast zwei Drittel der Wähler der Linkspartei (64 Prozent) sind für eine rot-grün-rote Minderheitsregierung, die auch in den Wählerschaften von SPD (25 Prozent) und Bündnis90/Die Grünen (35 Prozent) vergleichsweise viel Zuspruch findet.

Nicht nur Schwarz-Rot überzeugt (noch?) nicht, auch bei Bundeskanzler Friedrich Merz gibt es viel Luft nach oben: Bei der hypothetischen Kanzlerdirektwahlfrage kommt er auf 34 Prozent. Seine Herausforderin Alice Weidel von der AfD kommt auf 27 Prozent. Merz überzeugt 74 Prozent der Unionswähler, Weidel 88 Prozent der AfD-Wähler. Bei den Wählern der anderen Parteien überzeugt Frau Weidel am ehesten noch die BSW-Wähler (39 Prozent für Weidel, 7 Prozent für Merz). Bei den Anhängern aller anderen Parteien – außer der CDU/CSU mit elf Prozent – bleibt Frau Weidel einstellig. Nur vier Prozent der AfD-Wähler würden für Merz stimmen. Friedrich Merz überzeugt noch am ehesten die Wähler von SPD und FDP (jeweils 47 Prozent). Das Ergebnis, dass sich aber nicht einmal jeder zweite SPD-Wähler bei einer Kanzlerdirektwahl zwischen Merz und Weidel für den amtierenden Kanzler entscheiden würde, zeigt, wie hoch das Akzeptanzproblem der neuen Regierung selbst in den eigenen Reihen ist. Was den mangelnden Zuspruch betrifft, ähnelt Schwarz-Rot der Ampel mehr als es den drei Koalitionsparteien – CDU, CSU und SPD – lieb sein wird.

Hermann Binkert (INSA)

INSA-Potentialanalyse

Die Union (27,5 %) bleibt in dieser Woche konstant, während die AfD (25 %) einen Prozentpunkt hinzugewinnt. Dahinter folgen unverändert sowohl die SPD (14,5 %) als auch die Grünen (10,5 %) und die Linkspartei (9,5 %), welche einen halben Prozentpunkt verliert. Das BSW (4,5 %) behält seinen Vorwochenwert und die FDP (3 %) büßt einen halben Prozentpunkt ein.

Bei den sicheren Wählern kann in dieser Woche keine Partei Gewinne erzielen, wohingegen die AfD hier einen Prozentpunkt verliert. Die Werte der restlichen Parteien bleiben unverändert.

Bei den potentiell erreichbaren Wählern kann einzig die Union einen Prozentpunkt zulegen, während sowohl die AfD als auch die Grünen hier jeweils einen Punkt einbüßen. Die Potentiale der SPD, der Linkspartei, des BSW sowie der FDP verändern sich nicht.

Den Anteil an ausschließenden Wählern kann diese Woche die Union um einen, die Grünen, die Linke sowie das BSW jeweils um zwei und die SPD um drei Prozentpunkte reduzieren. Die AfD erhöht diesen Wert um einen Prozentpunkt. Der Wert der FDP bleibt diesmal stabil.

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