Rentenreform: BVI50PLUS fordert Arbeitsmarktmaßnahmen
Die der Bundesregierung von der Rentenkommission vorgelegten Handlungsempfehlungen bilden die Wirklichkeit am Arbeitsmarkt nicht ab. Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa fordert daher umfangreiche begleitende Arbeitsmarktmaßnahmen.
Die insgesamt 33 Handlungsempfehlungen, die eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission erarbeitet hat, reichen nach Ansicht des Bundesverband Initiative 50Plus Europa (BVI50PLUS) nicht aus, den Kampf gegen den Fachkräftemangel zu gewinnen und Altersarmut im Ruhestand zu vermeiden,
Besondere Kritik des BVI50PLUS löst die Tatsache aus, dass eine Anpassung der Regelarbeitszeit erst ab 2031 erfolgen und die Lebensarbeitszeit bis 2041 nur um etwa 6 Monate steigen soll. Damit bleibt die Rentenkommission weit hinter den Empfehlungen der OECD zurück, die schon 2017 eine schnellere und weitergehende Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung forderte („Renten auf einen Blick 2017„).
Ferner ist völlig unklar, wie die Finanzierung der Rentenzahlungen für die Generation der Babyboomer sichergestellt werden soll. Die von der Expertenkommission geforderte Einführung einer zusätzlich zum Umlageverfahren geltende Kapitaldeckung greift erst langfristig und löst die Finanzierungprobleme der gesetzlichen Rentenversicherung im Verlauf der kommenden 20 Jahre nicht.
Zusätzlich erregt Misstrauen, dass es sich um einen staatlich organisierten und verwalteten Kapitalfonds handeln soll. Angesichts der Tatsache, dass einige Bundesländer – zum Beispiel Schleswig-Holstein – Fonds zur Finanzierung von Beamtenpensionen für die Deckung von laufenden Haushaltslöchern herangezogen haben und der Bund keinerlei Expertise bei dem Asset Management und der Administration von Investment-Fonds hat, kann ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand mit ungewissem Risiko nicht ausgeschlossen werden.
Schließlich muss die Bundesregierung endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um der Altersdiskriminierung im Arbeitsmarkt entgegenzutreten. „Es kann nicht sein, dass Unternehmen und Politik über einen Mangel an Fachkräften klagen und gleichzeitig Ältere bei Fortbildungsmaßnahmen ausgegrenzt werden und bei Bewerbungen durch ein an das Geburtsjahr gebundenes Algorithmus-Raster fallen. Wenn ältere Beschäftigte eine Chance auf einen auskömmlichen finanziellen Lebensstandard im Ruhestand haben sollen, müssen sie auch die gleichen Chancen bei Fortbildung, Prävention und Recruiting bekommen.“, so Dr. Bernhard Kleemann, Präsident des Bundesverband Initiative 50Plus Europa.
Hintergrund
Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa e.V. ist eine unabhängige Bürger-Bewegung, die die Interessen der Menschen der Generation 50Plus in Europa vertritt. Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa e.V. macht in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auf die berechtigten Bedürfnisse und die vielfältigen Potentiale der Generation 50Plus aufmerksam.
Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa hat die Konferenz-Reihe Demografie-Debatte begründet. Bürger, Politiker, Verbandsvertreter diskutieren, wie der demografische Wandel gemeistert werden kann.
Eine Reihe von Organisationen und Verbände sind mit dem Bundesverband Initiative 50Plus Europa verbunden.
Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa ist im Transparency Register der Europäischen Union eingetragen.
Mehr Informationen: BVI50PLUS.com.