Rente steigt ab Juli deutlich: Das ändert sich 2026 für Millionen
Zum 1. Juli 2026 bekommen Rentnerinnen und Rentner spürbar mehr Geld. Neben der Erhöhung um 4,24 Prozent treten weitere wichtige Änderungen in Kraft – von neuen Hinzuverdienstgrenzen bis zu neuen Regeln für Minijobber.
Der Juli 2026 bringt für Rentnerinnen und Rentner gleich mehrere Verbesserungen. Im Mittelpunkt steht die kräftige Rentenerhöhung: Zum 1. Juli steigen alle gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent. Das Plus kommt automatisch – ein Antrag ist nicht nötig. Wer bislang 1.000 Euro brutto erhielt, bekommt künftig 1.042,40 Euro. Für die sogenannte Standardrente, also 45 Beitragsjahre bei Durchschnittsverdienst, bedeutet das ein monatliches Plus von 77,85 Euro.
Wann die höhere Zahlung tatsächlich auf dem Konto landet, hängt vom individuellen Rentenbeginn ab. Wer seit April 2004 oder später in Rente ist, erhält die angepasste Zahlung erst Ende Juli. Frühere Jahrgänge profitieren bereits Ende Juni. Finanziell entsteht dadurch kein Nachteil – es verschiebt sich lediglich der Auszahlungszeitpunkt.
Höhere Hinzuverdienstgrenzen für Hinterbliebene
Auch für Hinterbliebene, die neben der Witwen‑ oder Witwerrente eigenes Einkommen erzielen, gibt es Entlastung. Die Hinzuverdienstgrenze steigt zum 1. Juli auf 1.122,53 Euro monatlich. Erst darüber wird die Hinterbliebenenrente gekürzt. Für jedes Kind mit Anspruch auf Waisenrente erhöht sich der Freibetrag zusätzlich um 238,11 Euro. Hintergrund: Die Grenzen orientieren sich am Rentenwert – und der steigt mit der Rentenerhöhung automatisch.
Neue Wahlmöglichkeit für Minijobber
Eine echte Neuerung betrifft Minijobberinnen und Minijobber. Wer sich früher von der Rentenversicherungspflicht befreien ließ, konnte diese Entscheidung bislang nicht rückgängig machen. Ab dem 1. Juli 2026 ist das anders: Die Befreiung kann einmalig widerrufen werden. Wer zurückkehrt, zahlt künftig einen Eigenanteil von 3,6 Prozent, sammelt dafür aber wieder vollwertige Beitragszeiten. Der Antrag läuft über den Arbeitgeber und gilt nur für die Zukunft. Eine erneute Befreiung ist danach ausgeschlossen.
Mehr Rente – aber auch mehr Steuerpflichtige
Die Erhöhung hat allerdings eine steuerliche Kehrseite. Rentenerhöhungen sind vollständig steuerpflichtig, weshalb jedes Jahr neue Rentnerinnen und Rentner erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen. Schon 2024 und 2025 kamen zusammen fast 190.000 Menschen neu hinzu. Auch 2026 rechnet der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine mit einem deutlichen Anstieg. Wichtig bleibt: Wer eine Erklärung abgeben muss, zahlt nicht automatisch Steuern – das entscheidet sich erst im Einzelfall.
Was nach Abzügen übrig bleibt
Eine Beispielrechnung zeigt, wie sich Steuern und Sozialabgaben auswirken können. Bei einer Jahresrente von 22.956 Euro bleiben nach Freibeträgen, Krankenversicherungsbeiträgen und Pauschalen rund 16.333 Euro zu versteuern. Daraus ergibt sich eine Einkommensteuer von etwa 703 Euro. Unter dem Strich bleiben rund 19.441 Euro netto im Jahr – also etwa 1.620 Euro monatlich.