Pflege: Pflegebedürftige zahlen im ersten Jahr durchschnittlich 3.364 Euro im Monat aus eigener Tasche für einen Heimplatz
Die Eigenbeteiligung in der stationären Pflege ist erneut gestiegen. Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede.
Die selbst zu tragenden Kosten für Pflegebedürftige in Pflegeheimen steigen weiter. Das ergibt eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) vom 1. Juli 2026. So müssen Bewohnerinnen und Bewohner im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro monatlich aus eigener Tasche bezahlen. Das sind 256 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem sogenannten Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die pflegerische Versorgung und die Ausbildungskosten der Pflegekräfte, den Investitionskosten für die Pflegeeinrichtung und den Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Die Daten zeigen dabei einen besonders hohen Anstieg beim EEE. Dieser stieg im letzten Jahr um mehr als zwölf Prozent – von 1.583 Euro pro Monat im ersten Aufenthaltsjahr auf 1.775 Euro.
Großer Ausgabensprung bei Kosten für die pflegerische Versorgung
„Die Pflegekosten steigen ungebremst und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen“, sagt vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. „So schlagen die hohen Steigerungen bei den Personalkosten zu Buche. Die Gehälter von Pflegekräften sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen und liegen im Branchenvergleich nunmehr über dem Durchschnitt. Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden. Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt. Wir brauchen eine Begrenzung des Kostenanstiegs. Die avisierte Pflegereform muss eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen.“