Trotz äußerlicher Verwirrtheit haben Menschen mit Demenz sehr feine Antennen dafür, ob sie sich sicher, verstanden und respektiert fühlen. Wichtig ist es für Angehörige, zu verstehen: Erkrankte möchten mit ihren Verhaltensweisen nicht absichtlich verärgern, sondern Bedürfnisse ausdrücken. Wer lernt, Signale richtig zu lesen, macht Betroffenen das Leben mit der Krankheit leichter, stärkt familiäre Nähe und reduziert Konflikte. Pflege- und Betreuungsanbieter Aterima Care teilt 5 Tipps zum Umgang mit Demenzpatienten, die aus langjähriger Arbeit mit Erkrankten entstanden sind.
Demenzkranke leben oft in ihrer eigenen Realität, die Angehörige nicht verstehen können. Korrigieren und Aussagen wie „Das stimmt doch nicht!“ helfen Betroffenen meist nicht, sondern führen zu Stress und Scham. Besser ist es, das Gefühl zu beantworten, das sich hinter dem Gesagten verbirgt. Sagt ein Betroffener: „Ich will nach Hause“, obwohl er zu Hause ist, könnte er das Zuhause aus seiner Kindheit und damit ein Gefühl von Geborgenheit meinen. Als Angehöriger sollte man sich deshalb nicht zum Ziel setzen, recht zu haben, sondern den Demenzpatienten zu beruhigen. Dafür eignet sich etwa eine Antwort wie: „Du vermisst dein Zuhause. Was würde dir jetzt helfen, dich sicher zu fühlen?“
Viele Betroffene reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen. Sie brauchen einen vorhersehbaren Tagesablauf, um zur Ruhe zu kommen. Dabei helfen feste Zeiten für Mahlzeiten und Spaziergänge sowie regelmäßige Ruhephasen. Auch kleine Routinen wie die stets gleiche Reihenfolge bei der Körperpflege können Unruhe und Angst der Betroffenen lindern. Außerdem sollten Angehörige Veränderungen des Tagesablaufs vorab mehrmals ankündigen – Sätze wie „Heute kommt um 15 Uhr Besuch“ können Demenzkranken Halt geben.
Mit fortschreitender Demenz werden lange Erklärungen schnell zu komplex. Hilfreich sind kurze Sätze und eine langsame sowie deutliche Sprache. Um Erkrankte nicht zu überfordern, sollten Angehörige maximal eine Information pro Satz vermitteln. Oft hilft es, statt langen Erklärungen Gesten zu verwenden oder Gegenstände ins Blickfeld zu legen. Im Alltag gilt: Je weniger Entscheidungsoptionen, desto besser. Statt „Was möchtest du trinken?“ sollten Angehörige lieber eine Vorauswahl treffen und fragen „Möchtest du Tee oder Wasser trinken?“ Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto simpler sollte die Kommunikation sein: weniger Worte, mehr Fokus auf den Tonfall, fester Blickkontakt und eine ruhige Präsenz. Verhalten und Emotionen der Personen in ihrer Umgebung übertragen sich auf die Stimmung der Betroffenen.
Aggression, Unruhe, Rückzug oder nächtliches Umherwandern sind häufig ein Ausdruck von Überforderung, Angst, Schmerz oder Unwohlsein und geschehen nicht durch einen „böswilligen“ Hintergedanken. Ein kurzer Check hilft, das Verhalten richtig einzuordnen:
Ist es gerade zu laut oder zu hektisch?
Verspüren Betroffene ggf. Hunger, Durst oder Toilettendruck?
Könnten Schmerzen oder ein Infekt dahinterstecken?
War die Situation beschämend (z. B. beim Waschen)?
Verändert sich das Verhalten des Erkrankten plötzlich stark oder tritt vollkommen neu auf, ist es sinnvoll, einen fachärztlichen oder pflegefachlichen Rat einzuholen.
Demenz ist eine schleichende, aber langwierige und unheilbare Erkrankung. Eine frühzeitige Klärung von Zuständigkeiten und nötiger Unterstützung ist deshalb wichtig. Klare Pläne, wer Aufgaben wie Arzttermine oder Finanzen übernimmt, teilen die Verantwortung gleichmäßig auf. Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten, Tagespflege oder Kurzzeitpflege entlastet Familienmitglieder bereits, bevor sich die Krankheit weiter verschlimmert. Für mögliche Krisensituationen wie Stürze oder Krankenhausaufenthalte sollte möglichst frühzeitig ein Notfallplan bereitliegen.
Im Falle einer Demenzerkrankung kann eine Alltagsbegleitung zu Hause Struktur in den Tag bringen und Familien die Entlastung geben, die sie brauchen. Pflege- und Betreuungsanbieter wie Aterima Care vermitteln Betreuerinnen, unterstützen Angehörige bei der Orientierung im komplexen Pflegesystem und beraten sie, welche Leistungen in ihrer individuellen Situation sinnvoll wären. Peter Blassnigg, Geschäftsführer von Aterima Care, bringt es auf den Punkt: „Die Leistungen der Pflegeversicherung sind so unübersichtlich, dass sich Angehörige zwischen Budgets, Antragsfristen und Unterstützungsmitteln schnell überfordert fühlen – gerade dann ist es oft genau die richtige Entscheidung, sich professionelle Unterstützung zu suchen.“
Bild: KI Gemini © DNEWS24
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