DNEWS24 – Das digitale Magazin für Demografie und Demokratie
Denn wenn wir über italienischen Wein sprechen, denken wir oft zuerst an Rebsorten, große Weinregionen und natürlich an den Geschmack im Glas.
Aber bevor der Wein überhaupt entstehen kann, steht da eine Pflanze, die seit Jahrhunderten von Menschen kultiviert wird: die Weinrebe.
Und genau diese Rebe steht heute vor einer neuen, einer großen Herausforderung: dem Klimawandel.
Höhere Temperaturen, längere Trockenperioden, intensivere Hitze und veränderte Niederschlags-muster machen den Weinbau in vielen Regionen schwieriger. Die Trauben reifen schneller, der Zuckergehalt kann steigen, während die Säure stärker zurückgeht. Gleichzeitig kann Wasser zum entscheidenden Faktor werden.
Die Winzer müssen also reagieren.
Und dabei kommt etwas ins Spiel, das auf den ersten Blick vielleicht ziemlich technisch klingt: die Erziehungsform der Rebe.
Eine Weinrebe würde von Natur aus einfach wachsen – weit und ausladend, fast wie eine Kletterpflanze.
Der Winzer gibt ihr deshalb eine bestimmte Form. Er entscheidet, wo die Triebe wachsen, wie hoch die Rebe steht, wie viel Sonne an die Trauben kommt und wie dicht das Laub sein darf.
Eine der bekanntesten Formen ist der Guyot-Schnitt. Dabei wird ein Fruchtholz waagerecht am Draht befestigt, aus dem die neuen Triebe wachsen. Der Guyot ist in vielen europäischen Weinregionen verbreitet.
Daneben gibt es den Kordonschnitt, bei dem ein dauerhafter waagerechter Arm am Stamm erhalten bleibt.
Diese beiden Erziehungsformen sind sehr ähnlich, unterscheiden sich letztendlich in der Dauer:
Der Unterschied ist der: Beim Guyot wird jedes Jahr ein neues Fruchtholz waagerecht am Draht befestigt. Beim Kordon bleibt dagegen ein waagerechter, mehrjähriger Arm dauerhaft bestehen. Man könnte sagen: Beim Guyot wird jedes Jahr neu gebunden – beim Kordon bleibt das Gerüst.“
Und dann gibt es noch die alten Formen, die heute plötzlich wieder besonders interessant werden.
In vielen mediterranen Weinregionen wurden Reben traditionell als kleine Buschreben erzogen.
In Spanien kennt man diese Form als Vaso, in Frankreich als Gobelet und in Italien als Alberello.
Die Rebe steht dabei relativ frei und niedrig, oft ohne das klassische Drahtsystem. Gerade in heißen und trockenen Gegenden hat diese Form einen großen Vorteil: Die Pflanze kann mit ihrem eigenen Laub einen gewissen Schutz vor der intensiven Sonne schaffen und benötigt weniger Unterstützung durch Bewässerung.
Das ist spannend, denn manchmal sieht die Zukunft des Weinbaus gar nicht so neu aus.
Vielleicht müssen wir uns teilweise wieder daran erinnern, was frühere Generationen über den Umgang mit Hitze, Trockenheit und den jeweiligen Standort bereits wussten.
Ein schönes Beispiel findet sich im Veneto bei der Pergola-Erziehung. Dort wachsen die Trauben unter einem gewissermaßen horizontalen Blätterdach. Untersuchungen zeigen, dass die Trauben dadurch stärker beschattet werden und ihre Beeren weniger hohen Temperaturen ausgesetzt sein können als bei einer klassischen Guyot-Erziehung.
Natürlich gibt es nicht die eine perfekte Erziehungsform für die Zukunft.
Was in den heißen, trockenen Weinbergen Spaniens sinnvoll ist, muss in Südtirol oder im Piemont nicht automatisch funktionieren. Die Winzer müssen Boden, Rebsorte, Wasserangebot, Höhenlage und Mikroklima berücksichtigen.
Die Erziehungsform wird damit zu einem Werkzeug im Umgang mit dem Klimawandel.
Und vielleicht ist genau das das Faszinierende am Weinbau: Die Rebe ist eine alte Kulturpflanze – aber ihre Zukunft verlangt von uns, immer wieder neu hinzuschauen.
Denn am Ende geht es um eine einfache Frage:
Wie schaffen wir es, dass aus einer Traube auch in Zukunft ein ausgewogener Wein entstehen kann?
Die Antwort wird vermutlich nicht nur in neuen Technologien liegen. Sie könnte auch in alten Rebsorten, angepassten Erziehungsformen, verändertem Laubmanagement und dem Wissen der Winzer liegen.
Vom Weinberg bis ins Glas ist es also ein langer Weg.
Und jeder Schritt zählt.
Da wir heute keine konkrete Region Italiens zum Thema haben, soll unser „Rezept der Woche“ auch etwas klassisch Italienisches sein. Wir bereiten
Penne all’arrabbiata
Ein Gericht, das für mich wunderbar zu diesem Thema passt: unkompliziert, italienisch und ohne viel Schnickschnack. Denn manchmal braucht gute italienische Küche eben keine komplizierte Geschichte.
Zutaten für 4 Personen
Zubereitung
1. Die Sauce vorbereiten
Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chilischoten zerbröseln.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch und Chili darin vorsichtig anbraten. Der Knoblauch soll aromatisch werden, aber nicht dunkel werden.
2. Tomaten dazugeben
Die Tomaten in die Pfanne geben und mit etwas Salz würzen.
Die Sauce bei mittlerer Hitze etwa 15–20 Minuten köcheln lassen. Sie darf ruhig etwas einkochen und kräftig werden.
3. Pasta kochen
Währenddessen die Penne in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen.
Etwas Nudelwasser aufbewahren.
4. Alles zusammenbringen
Die Penne abgießen und direkt zur Tomatensauce geben.
Wenn die Sauce zu dick ist, einen kleinen Schuss Nudelwasser dazugeben. Alles gut miteinander vermengen.
5. Anrichten
Auf Teller verteilen, mit etwas Petersilie bestreuen und – wer mag – Pecorino oder Parmesan darübergeben.
Und natürlich darf zum Schluss noch ein kleiner Faden gutes Olivenöl darüber.
Dazu würde ich einen frischen, mineralischen Soave Classico wählen.
Die Frische des Weines bildet einen schönen Gegenpol zur würzigen Tomatensauce und zur Schärfe der Chili. So bleibt das Gericht lebendig, ohne dass der Wein von der Pasta überdeckt wird.
Und dann heißt es eigentlich nur noch:
Piatto pronto – vino nel bicchiere – buon appetito!
Vielleicht ist das am Ende auch eine schöne Parallele zum Weinbau selbst: Man kann vieles verändern und anpassen.
Aber das Ziel bleibt dasselbe: Aus guten Zutaten etwas zu machen, das Menschen zusammenbringt.
Buon appetito und bleiben Sie gesund!
Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.
Jedes Produkt erzählt seine eigene Geschichte – von Menschen, die nicht für den Massenmarkt produzieren, sondern für den echten Genuss. Porta Vagnu: Dolce Vita zum Mitnehmen.
Ihre Gastgeberin Elke Heselmeyer verwöhnt in Wiesbaden auch mit dem Genuss vor Ort, einem einzigartigen Einkaufserlebnis und fundierter Beratung. Eben: Italien riechen und schmecken, auch wenn man nicht im Urlaub ist.
Mehr Informationen: porta-vagnu.de.
Weitere Ausgaben von Italian Secrets finden Sie hier.
DNEWS24 im Podcast finden Sie auf Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify.
Bild: Natanael Ginting freepic, Elke Heselmeyer © DNEWS24
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
Sie können diesen Beitrag einfach teilen, benutzen Sie diese Buttons.