Italian Secrets: Ustica - authentisches Inselglück im Spätsommer & Herbst
Nachdem wir in der vergangenen Woche ein Bergdorf im ligurischen Hinterland „besucht“ haben, geht es heute mal wieder auf eine Insel. Es handelt sich nicht um eine der großen und bekannten italienischen Inseln, sondern um eine sehr kleine, jedoch absolut paradiesische Insel. Die Rede ist von Ustica, einem kleinen Juwel nördlich von Palermo.
Da sich der Sommer so langsam verabschiedet, beschäftigt uns in erster Linie die Frage:
Ist Ustica ein passendes Reiseziel für September/Oktober?
Die Antwort lautet: Absolut ja.
Der September ist besonders reizvoll: Das Wasser ist mit rund 25 °C noch angenehm warm, es gibt perfekte Sichtverhältnisse zum Tauchen und Schnorcheln — außerdem sind die Temperaturen tagsüber angenehme 26 °C, abends mild bei ca. 23 °C. Regen ist selten.
Lonely Planet zählt Frühherbst zu den besten Reisezeiten in Sizilien – ideal für Outdoor-Aktivitäten wie Tauchen und Wandern, ohne den Sommertrubel.
Outdoor-Erlebnisse, die Ustica zur Saison einzigartig machen
- Ustica ist ein Meeresreservat, ein echtes Paradies für Taucher und Schnorchler – mit märchenhaften Unterwasserhöhlen, Wracks, Seepferdchen, Barrakudas und Korallen.
- Die Insel ist kompakt genug für Wanderungen: Pfade führen über vulkanische Hügel wie die „Rocca della Falconiera“ (im Osten der Insel) mit atemberaubenden Panoramaausblicken.
- Ustica ist im Herbst ruhiger und entschleunigt – ideal für Genießer ohne Touristenscharen, mit versteckten Buchten und wenig Trubel.
Einige Fakten zu Ustica
Ustica ist eine kleine vulkanische Insel im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Ustica ist auch der Name der einzigen Gemeinde auf der Insel, die zur Metropolitanstadt Palermo und damit zur Autonomen Region Sizilien gehört. Mit einer Fläche von nur 8 km² ist sie perfekt für einen Wochenend-Ausflug oder Zwei-Tages-Ausflug während eines Sizilien-Urlaubes geeignet.
Ustica beherbergt die Überreste der Siedlung Villaggio dei Faraglioni aus der Bronzezeit. Sie weist eine organisierte Stadtplanung mit Hütten und schmalen Straßen entlang der nördlichen Peripherie auf und stellt ein gut erhaltenes Beispiel der antiken mediterranen Zivilisation zwischen 1400 und 1200 v. Chr. dar.
Da Ustica vulkanischen Ursprungs ist, wird sie auch als die Schwarze Perle des Mittelmeers bezeichnet.
Kulinarische Spezialitäten – Was macht Ustica einzigartig?
Regionale Köstlichkeiten
- Usticese pizza: Eine lokale Spezialität mit Knoblauch, Tomatenpaste und Sardinen.
- Pasta mit Schwertfisch, Fischbällchen, Parapangolo (lokale rote Garnelen).
- Die kleinsten Linsen Italiens wachsen hier – als Slow-Food-Produktionsstätte geschätzt: für Linsensuppe und Linsenbiskuits. Aber auch für Pastagerichte mit Linsen.
Küche mit Charakter – typisch, aber anders
Ustica bietet Speisen, die auf Sizilien wenig bekannt sind – etwa Fischbällchen, Usticese Pizza und die berühmten Insel-Linsen. Ergänzt wird dies durch frischen Fisch, einfache Pastagerichte, die mit der berühmten Linse kombiniert werden.
Und: so klein wie diese Insel auch sein mag, es gibt hier sogar Weinbau, zwar nur in kleinem Rahmen, aber immerhin. Auf einem Agriturismo vor Ort („Hibiscus“) werden einige IGT-Weine produziert, etwa ein mineralischer „Isola Bianco“ (aus weißen Rebsorten wie Inzolia, Catarratto) und ein „Isola Rosso“ aus Nero d’Avola & Merlot. Diese kleinen, handwerklichen Weingüter verbinden vulkanische Terroirs mit lokalen Sorten
Sicherlich haben die meisten nun nach der Aufzählung der Gerichte und den Infos über den Weinbau ein bisschen Hunger bekommen. Wir werden heute eine Pizza machen, die Pizza Usticese (Ustica): Knusprig und sehr aromatisch. Es handelt sich um ein bodenständiges Inselgericht mit großer Einfachheit doch intensiven Aromen – traditionell mit Tomatensauce, Sardellen (Acciughe) und Knoblauch zubereitet, gegebenenfalls mit einem kleinen Schuss guten Olivenöls abgerundet. Diese Spezialität taucht im regionalen Kontext von Ustica auf und ist dort besonders beliebt als herzhafter Snack oder kleines Abendgericht.
Zutaten (für ca. 6–8 Stücke)
- 1 Portion Pizzateig (hausgemacht oder gekauft)
- 200 ml Tomatensauce (einfache, sanfte Version, gewürzt mit Salz, Olivenöl)
- 6–8 Sardellenfilets (in Öl)
- 2–3 Knoblauchzehen, in Scheiben
- Optional: frisches Olivenöl zum Träufeln
Zubereitung
- Backofen auf ca. 220 °C vorheizen.
- Teig dünn ausrollen (rund oder rechteckig) und auf ein Backblech legen.
- Tomatensauce dünn auf dem Teig verteilen.
- Sardellenfilets gleichmäßig darüber verteilen, Knoblauchscheiben darauf geben.
- Optional etwas Olivenöl darüberträufeln.
- Im heißen Ofen ca. 8–10 Minuten backen, bis der Teig knusprig ist.
- In Stücke schneiden und heiß oder warm genießen.
Dazu genießen wir heute einen Rotwein, der natürlich aus Sizilien kommt, allerdings nicht aus einer der typischen sizilianischen Trauben – Nero d’Avola bzw. Frappato – gewonnen wurde, sondern einen Syrah: diese Traube bringt gerade auf Sizilien wundervolle runde und harmonische Rotweine hervor: Syrah – Terre Siciliane IGP.
Buon appetito und bleiben Sie gesund!