Italian Secrets: Tropea – Herbstliches Kleinod an der Costa degli Dei
Unsere heutige Reise führt uns ins südliche Italien, genau gesagt in die Stiefelspitze. Es geht nach Kalabrien, und hier ist unser Ziel Tropea.
Authentisch statt überlaufen: Tropea, malerisch auf einer Klippe gelegen, ist eine charmante und deutlich ruhigere Alternative zur Amalfi- oder Cinque-Terre-Küste. Mit nur etwa 5.000 Einwohnern bietet die Stadt ein entspannteres und authentisches italienisches Erlebnis.
Zunächst einige Fakten zur Costa degli Dei:
Die Costa degli Dei (Küste der Götter) ist ein malerischer Küstenabschnitt des italienischen Mittelmeers. Sie bezeichnet einen 55 Kilometer langen Küstenabschnitt am südöstlichen Rand des Tyrrhenischen Meeres mit Blick auf die Äolischen Inseln.
Die Geschichte der Costa degli Dei
Die Costa degli Dei ist nicht nur ein Naturparadies, sondern auch eine Region mit einer faszinierenden Geschichte. Bereits in der Antike war diese Küste von den Griechen und Römern besiedelt, die ihre Spuren in zahlreichen archäologischen Funden hinterlassen haben. Die strategisch günstige Lage am Tyrrhenischen Meer machte sie zu einem bedeutenden Handels- und Militärstützpunkt.
Im Mittelalter wurde die Region von Normannen, Byzantinern und Spaniern geprägt, die beeindruckende Festungen und Burgen hinterließen, von denen einige noch heute besichtigt werden können. Besonders Tropea und Pizzo spielten eine zentrale Rolle in der Verteidigung gegen Piratenangriffe. Die lange und wechselhafte Geschichte der Costa degli Dei spiegelt sich in der Architektur, den Traditionen und der Kultur dieser einzigartigen Region wider.
Woher kommt nun aber der Name „Costa degli Dei“?
Der Name dieser Gegend kommt von ihrer überirdischen Schönheit, die so erstaunlich ist, dass sie wohl nur den Göttern zugeschrieben werden kann.
Glasklares Meer & traumhafte Strände
Die Region ist bekannt für ihre weitläufigen Sandstrände mit kristallklarem, türkisblauem Wasser – besonders beliebt sind die Spiaggia della Rotonda und die Spiaggia a Linguata. Perfekt für ruhige Bade- oder Sonnenstunden im Herbst.
Historisches Flair & Concealia
Das historische Zentrum Tropeas bezaubert mit gepflasterten Gassen, Farbarchitektur, charmanten Bistros und Geschäften. Ideal zum Schlendern und Genießen in entspannter Atmosphäre.
Santuario di Santa Maria dell’Isola – ein Panorama über dem Meer
Das Wahrzeichen Tropeas: eine historische Kirche auf einem Sandsteinfelsen, die über eine Treppe erreichbar ist. Von hier aus bietet sich ein atemberaubender 360°-Blick über Küste, Meer und die Stadt. Der Aufstieg durch mediterrane Macchia ist fast meditativ.
Kultur & Herbstliche Events
Tropea entfaltet gerade im Herbst einen besonderen Charme: Kunstfestivals, Designmärkte, Ausstellungen und kulinarische Events lassen sich jetzt stressfrei entdecken, etwa entlang des Corso Vittorio Emanuele oder auf dem Plaza Belvedere.
Kulinarische Highlights
Herbst bedeutet auch Genuss: In traditionellen Lokalen wartet filèja-Pasta, ’nduja (würzige Calabreser Streichwurst), frittierte Spezialitäten und die berühmte Rote Zwiebel von Tropea (PGI) – frisch, aromatisch, unverwechselbar.
Und diese Rote Zwiebel von Tropea soll auch heute einer unserer Protagonisten im Rezept der Woche sein. Der zweite ist die berühmte kalabresische Pasta filèja. Ich hatte anlässlich einer Einkäuferreise nach Kalabrien im September 2024 das Vergnügen, an einem Pasta-Workshop teilnehmen zu dürfen, bei dem wir gelernt haben, diese aufwendig gedrehten Nudeln zu fertigen.
Filèja alla Cipolla Rossa di Tropea
Zutaten (für 4 Personen)
- 400 g filèja (oder eine andere lange, gedrehte Pasta, z. B. strozzapreti)
- 3–4 rote Tropea-Zwiebeln (alternativ: rote Zwiebeln, so süß wie möglich)
- 4 EL Olivenöl extra vergine (z. B. Dea Carolea aus Kalabrien, erhältlich bei Porta Vagnu)
- 1 kleines Stück ’nduja (kalabrische Streichsalami; nach Geschmack scharf)
- 400 g reife Kirschtomaten (oder aus der Dose, wenn keine frischen verfügbar sind)
- 1 Bund frisches Basilikum
- Salz, schwarzer Pfeffer
- frisch geriebener Pecorino Crotonese oder Ricotta salata zum Bestreuen
Zubereitung in nur 7 Schritten
- Die Tropea-Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden.
- Sugo ansetzen: In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln darin bei mittle-rer Hitze langsam glasig und leicht karamellisieren lassen. Sie sollen weich und süßlich wer-den, nicht verbrennen.
- Optional: ’Nduja piccante
Wer es typisch kalabrisch und etwas schärfer mag, gibt ein kleines Stück ’nduja piccante hinzu und lässt es in den Zwiebeln zergehen. - Tomaten dazugeben
Kirschtomaten halbieren und mit in die Pfanne geben. 10–15 Minuten köcheln lassen, bis ei-ne sämige Sauce entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. - Pasta kochen
Filèja in reichlich Salzwasser al dente garen. Etwas Kochwasser aufbewahren. - Alles verbinden
Pasta direkt in die Pfanne zur Sauce geben, etwas Kochwasser hinzufügen und kräftig durchschwenken, bis sich alles schön verbindet. - Finale
Mit frischem Basilikum und Pecorino oder Ricotta salata bestreuen – fertig ist ein echtes Stück Kalabrien!
Zu diesem Gericht schmeckt ganz vorzüglich ein Ciro Rosso Classico DOC aus dieser Region oder auch ein kräftigerer Weißwein aus Kalabrien, den ich angesichts der sommerlichen Temperaturen vorziehen würde:
Buon appetito und bleiben Sie gesund!