Italian Secrets: Silvester – wie feiert Italien ins neue Jahr?
Capodanno in Italien – Glück, Genuss und ein Neuanfang.
Silvester, La Notte di San Silvestro, ist in Italien weniger besinnlich als Weihnachten, dafür umso lebensfroher. Es geht um Neuanfang, Glück, Hoffnung und gemeinsames Feiern. Der Abend gehört meist der Familie oder engen Freunden, später zieht es viele auf die Plätze der Städte – zu Konzerten, Feuerwerk und einem Glas Spumante um Mitternacht.
Ein fester Bestandteil des Abends sind Rituale und Symbole, die Glück für das kommende Jahr bringen sollen:
- Linsen (Lenticchie) stehen für Geld und Wohlstand
- rote Unterwäsche in der Silvesternacht soll Liebe, Glück und Vitalität bringen
- um Mitternacht: ein Toast mit Spumante oder Prosecco
- vielerorts wird laut gefeiert – um das alte Jahr „zu vertreiben“
Zu Silvester auf dem Teller – was in Italien gegessen wird
Das Silvesteressen ist festlich, oft üppig und bewusst symbolisch. Besonders typisch in ganz Italien: Lenticchie (Linsen) – sie sind fast überall Pflicht! Cotechino oder Zampone (gekochte Schweinswurst bzw. gefüllte Schweinshaxe), Spumante oder Prosecco um Mitternacht. Dolci wie Panettone oder Pandoro (oft auch noch die Weihnachtsreste 😉)
Ganz grob nach Regionen
Norditalien (Emilia-Romagna, Lombardei, Venetien): Cotechino oder Zampone mit Linsen, reichhaltige Küche, kräftige Weine.
Zentralitalien (Toskana, Umbrien, Latium): Linsen, Schweinefleisch, einfache aber ehrliche Gerichte, oft hausgemacht.
Süditalien & Inseln: mehr Fischgerichte am Silvesterabend, Linsen sind aber trotzdem fast immer dabei. Süßspeisen, frittierte Leckereien, viel Geselligkeit.
Überall gilt: Was Glück bringt, kommt auf den Tisch.
Und schon kommen wir zum Rezept der Woche:
Lenticchie di Capodanno – das klassische Silvestergericht für Glück & Wohlstand. Einfach, traditionell und wunderbar aromatisch — perfekt auch für Gäste.
Zutaten (4 Personen)
- 300 g grüne oder braune Linsen (am besten aus Castelluccio oder Berglinsen)
- 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
- 1 Karotte, fein gehackt
- 1 Stange Sellerie, fein gehackt
- 1 Knoblauchzehe
- 2–3 EL Olivenöl extra vergine (erhältlich bei Porta Vagnu)
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Zweig Rosmarin
- ca. 700 ml Gemüsebrühe
- Salz & frisch gemahlener Pfeffer
- Optional (klassisch): 1 Cotechino oder Zampone (fertig vorgekocht erhältlich)
Zubereitung Schritt für Schritt
Zunächst die Linsen kurz waschen. Gute Berglinsen müssen nicht eingeweicht werden.
Soffritto herstellen
Dazu Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Karotte und Sellerie bei mittlerer Hitze sanft an-schwitzen, bis alles weich und aromatisch ist.
Zum Aromatisieren Knoblauch, Lorbeer und Rosmarin hinzufügen, kurz mitdünsten.
Nun die Linsen zugeben und alles mit Brühe bedecken.
Auf kleiner Flamme 30–40 Minuten sanft köcheln, bis die Linsen weich, aber nicht zerfallen sind.
Abschmecken
Salz und Pfeffer erst am Ende hinzufügen. Kräuter entfernen.
Optional: Cotechino
Cotechino nach Packungsanweisung separat erhitzen, in Scheiben schneiden und zu den Linsen servieren.
Weinempfehlung
Dazu passt ein Lambrusco secco (klassisch aus der Emilia-Romagna), oder ein fruchtiger Barbera (aus dem Piemont) oder ein Montepulciano d’Abruzzo, der mein absoluter Favorit wäre.
Un felice anno nuovo und bleiben Sie gesund!