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Italian Secrets: Sant’Agata de’ Goti — das „Balkondorf“

Nachdem wir in der vergangenen Woche im Nordosten Italiens, im Friaul, waren, geht es heute wieder in den Süden, nämlich nach Kampanien. Wir begeben uns in den Ort Sant’Agata de’ Goti.

Wir haben hier ein echtes Juwel Kampaniens: ein „Balkondorf“, das dramatisch auf einer Tuffklippe thront und deutlich weniger überlaufen ist als viele berühmte Ziele in der Region.

Sant’Agata de’ Goti — das „Balkondorf“: Kurzportrait & Highlights

Sant’Agata liegt in der Provinz Benevento auf einer Tuffklippe oberhalb des Martorano-Tals. Durch seine enge, terrassierte Bebauung mit Balkonen und Arkaden wirkt das Zentrum wie an eine Felswand „geklebt“ — sehr fotogen, ganz besonders vom Aussichtspunkt an der Vittorio-Emanuele-Brücke. Das Dorf ist Mitglied der „I Borghi più belli d’Italia“ — es ist also offiziell als eines der schönsten Dörfer Italiens anerkannt.

Wichtige Gebäude / Orte, die man unbedingt sehen sollte

Vittorio-Emanuele-Brücke / Aussichtspunkt — liefert das klassische Panorama des Ortes (Balkonfassaden über der Schlucht).

Centro Storico mit engen Gassen, kleinen Plätzen und Adelspalazzi — ideal zum Schlendern.

Kathedrale (Duomo) / Chiesa di Santa Menna — historische Kirchen mit romanischen Elementen und sehenswerten Krypten.

Castello – ehemaliger Herzogspalast und Palazzo/Casa di San Francesco – mittelalterliche Baukultur, die das Bild des Ortes prägt.

Wein- und Käsetradition

Wein: Das Gebiet gehört kulturell und klimatisch zum Sannio/Beneventano. Typische Rebsorten in der Umgebung sind Aglianico, Falanghina, Fiano und lokale IGT/IGP-Erzeugnisse. In und um Sant’Agata gibt es Kellereien (z. B. lokale Erzeuger wie Cantine Mustilli), die Aglianico und andere kampanische Sorten vinifizieren. Aglianico (robust, tanninreich) ist ein idealer Begleiter zu den kräftigeren lokalen Speisen.

Käse: In Kampanien und der näheren Umgebung sind vor allem Caciocavallo (pasta-filata Käse), Provolone-Typen und frische Ricotta/Büffel-Produkte wichtig; Caciocavallo ist in Süditalien besonders verbreitet. Regionale Hofkäse und gereifte Varianten sind beliebte Beilagen oder Zutaten in lokalen Gerichten.

Typisches Gericht — mein Rezepttipp

Es gibt viele herzhafte Gerichte in der Gegend; ich empfehle als einfaches, sehr „kampanisches“ Gericht: die Pizza Montanara (gebratene Pizza, anschließend im Ofen kurz überbacken). Sie ist typisch für das Gebiet rund um Neapel und leicht nachzumachen, enorm wirkungsvoll und passt hervorragend zu lokalen Käsesorten und einem kräftigen Aglianico.

Pizza Montanara — Rezept (für 4 kleine Portionen / 2–3 Personen als Hauptgericht)

Zutaten

  • 350 g Pizzateig (gekauft oder selbst hergestellt; Portion für 2–4 Fladen)
    • 250 g passierte Tomaten oder San-Marzano-Tomaten, leicht gewürzt (Salz, Oregano)
  • 150–200 g Mozzarella (oder fior di latte) gut abgetropft
  • 2–3 EL Olivenöl extra vergine (gibt es bei Porta Vagnu)
  • Frisches Basilikum, Pecorino oder geriebener Pecorino Romano zum Bestreuen
  • Öl zum Frittieren (Sonnenblume oder mildes Olivenöl)
Zubereitung (kurz & einfach)
  1. Aus dem Teig 2–4 runde Fladen formen (je nach Größe). Auf bemehlter Fläche nochmals ruhen lassen (20–30 Min.).
  2. Öl in einer Pfanne auf 170–180 °C erhitzen. Fladen einzeln 1–2 Min. pro Seite frittieren, bis sie goldbraun und leicht aufgeblasen sind. Auf Küchenpapier abtropfen.
  3. Die gebratenen Fladen (Montanare) mit Tomatensauce bestreichen, Mozzarella darauf verteilen, kurz (5–7 Min.) bei hoher Hitze (220–250 °C) im Backofen backen oder unter dem Grill überbacken, bis der Käse schmilzt.
  4. Mit Olivenöl, Basilikum und etwas Pecorino bestreuen — sofort servieren.

Montanara ist in Kampanien beliebt, ist rustikal, sehr aromatisch — und lässt sich leicht in jeder Osteria-Küche oder zu Hause nachmachen.

Weinempfehlung (zu Pizza Montanara und anderen lokalen Gerichten)
  • Aglianico del Beneventano / Aglianico IGT – kräftig, tanninbetont, dunkelfruchtig: sehr guter Partner zu frittierten, würzigen und tomaten-basierten Speisen.
  • Alternativ (weiß): Falanghina oder Fiano: für alle, die einen Weißwein bevorzugen: frisch, aromatisch und ideal zu Mozzarella/ricotta-betonten Varianten.

Da Porta Vagnu aktuell keinen Wein aus Kampanien im Sortiment hat, empfehle ich dazu einen Rotwein aus der Region Le Marche, der passenderweise aus einer Traube gewonnen wurde, die so ähnlich klingt, nämlich Aleatico.

Buon appetito und bleiben Sie gesund!

Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.

Jedes Produkt erzählt seine eigene Geschichte – von Menschen, die nicht für den Massenmarkt produzieren, sondern für den echten Genuss. Porta Vagnu: Dolce Vita zum Mitnehmen.

Ihre Gastgeberin Elke Heselmeyer verwöhnt in Wiesbaden auch mit dem Genuss vor Ort, einem einzigartigen Einkaufserlebnis und fundierter Beratung. Eben: Italien riechen und schmecken, auch wenn man nicht im Urlaub ist.

Mehr Informationen: porta-vagnu.de.

Italian Secrets im DNEWS24Podcast

Bild: Natanael Ginting freepic © DNEWS24

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