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Italian Secrets: Over-Tourism – wenn Schönheit zur Belastung wird

Nachdem wir uns in den vergangenen Wochen kleinen und idyllischen Orten gewidmet haben, sprechen wir in dieser Woche über ein Problem, das man wirklich nicht mehr ignorieren kann.

Es gibt Bilder, die viele von uns kennen:

Ein kleines italienisches Hafenstädtchen.

Enge Gassen.

Ein wunderschöner Platz.

Und plötzlich strömen innerhalb kürzester Zeit tausende Menschen gleichzeitig durch die Straßen.

Nicht langsam.

Nicht neugierig.

Sondern oft wie eine Welle.

Genau das passiert heute in vielen Orten Italiens — ausgelöst durch den enormen Boom der Kreuz-fahrtindustrie.

Das Problem der Kreuzfahrtschiffe

Moderne Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Städte. Ein einziges Schiff bringt oft:

  • mehrere tausend Passagiere
  • plus Besatzung
  • innerhalb weniger Stunden in kleine oder mittelgroße Orte

Für Städte wie Venedig wurde das über Jahre zu einem massiven Problem. Viele Besucher bleiben nur wenige Stunden:

  • kurzer Landgang
  • ein paar Fotos
  • schnelle Souvenirs
  • danach zurück aufs Schiff

Doch die Belastung für die Städte bleibt:

  • überfüllte Gassen
  • Müll
  • Lärm
  • Belastung der Infrastruktur
  • steigende Mieten
  • Verlust von echtem Alltagsleben
Das Beispiel Venedig

Gerade Venedig wurde weltweit zum Symbol für Over-Tourism. Über Jahre fuhren riesige Kreuzfahrtschiffe direkt durch die Lagune — teilweise unmittelbar am Markusplatz vorbei.

Die Kritik wurde immer lauter:

  • Gefahr für die empfindliche Lagune
  • Schäden an Fundamenten
  • Luftverschmutzung
  • und ein massiver Besucheransturm in einer ohnehin fragilen Stadt

Darauf reagierte Italien schließlich mit Maßnahmen:
Seit August 2021 dürfen große Kreuzfahrtschiffe nicht mehr durch zentrale Bereiche der Lagune fahren. Betroffen sind insbesondere Schiffe über bestimmten Größen- und Höhenklassen.

Das war ein wichtiger Schritt zum Schutz der Stadt und ihrer Lagune.

Doch Venedig ist nicht allein

Auch andere Orte kämpfen zunehmend mit den Folgen:

  • Cinque Terre
  • Portofino
  • Dubrovnik
  • Procida

Gerade kleinere Orte geraten schnell an ihre Grenzen, wenn plötzlich tausende Besucher gleichzeitig eintreffen.

Die eigentliche Frage

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, ob Menschen reisen sollen. Sondern:

  • wie wir reisen
  • wie bewusst wir Orte erleben
  • und ob wir bereit sind, einem Ort auch Respekt entgegenzubringen

Denn die meisten dieser Orte sind keine Kulissen.

Dort leben Menschen.

Dort gibt es Alltag.

Was wir unbedingt bedenken sollten:

Dolce Vita entsteht nicht im Vorbeigehen.
Es braucht Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, einen Ort wirklich wahrzunehmen.

Meine Schlussbotschaft

Vielleicht liegt die Zukunft des Reisens nicht darin, immer mehr Orte „abzuhaken“. Sondern darin, wieder langsamer zu reisen. Bewusster. Respektvoller. 

Und vielleicht entdecken wir genau dann wieder das echte Italien.

Mein Fazit

Ich selbst liebe Italien gerade wegen jener kleinen und besonderen Momente: ein Gespräch auf einem Dorfplatz, ein Espresso an der Bar, eine Begegnung mit Menschen.

Und genau diese Momente verschwinden, wenn Orte nur noch zur Kulisse für den schnellen Kon-sum werden.

Doch nun sollten wir uns um unser leibliches Wohl kümmern. Heute schlage ich einen echten Klassiker vor.

Rezept der Woche

Spaghetti alle vongole

Ich selber liebe dieses Gericht. Es ist relativ einfach, aber doch so besonders.

Zutaten (für 4 Personen)
  • 400 g Spaghetti
  • 1 kg Venusmuscheln
  • 2 Knoblauchzehen
  • frische Petersilie
  • Olivenöl extra vergine (erhältlich bei Porta Vagnu)
  • etwas Weißwein (vorzugsweise den, den wir zum Gericht trinken)
  • Chili nach Geschmack
  • Salz
Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Muscheln vorbereiten
    Muscheln gründlich wässern und reinigen.
  2. Pasta kochen
    Spaghetti in Salzwasser al dente garen.
  3. Aromabasis
    Knoblauch in Olivenöl sanft anschwitzen.
    Etwas Chili hinzufügen. Muscheln dazugeben und mit einem kleinen Schuss Weißwein ablöschen.
    Deckel auflegen und warten, bis sich die Muscheln öffnen.
  4. Vermengen
    Spaghetti direkt mit den Muscheln vermengen, Petersilie darübergeben und mit etwas Olivenöl vollenden.
Das Besondere

Dieses Gericht lebt von:

  • wenigen Zutaten
  • Qualität
  • Frische
  • und Ruhe
Die passende Weinbegleitung

Zu diesem Gericht passt sehr gut ein frischer und eleganter Weißwein wie der

Vermentino di Sardegna

  • mineralisch
  • salzige Frische
  • Zitrusnoten
  • perfekt zu Muscheln und Meer

Und zugleich ein Wein, der sofort Bilder vom Mittelmeer entstehen lässt. Wunderschöne Verbindung zum Thema

Vielleicht liegt das wahre Dolce Vita nicht darin, möglichst viel zu konsumieren — weder Orte noch Erlebnisse. Sondern darin, bewusst zu genießen:

ein gutes Essen,
ein Glas Wein,
ein Gespräch,
einen besonderen Ort.

Buon appetito und bleiben Sie gesund!

Italian Secrets im DNEWS24Podcast
Elke Heselmeyer

Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.

Jedes Produkt erzählt seine eigene Geschichte – von Menschen, die nicht für den Massenmarkt produzieren, sondern für den echten Genuss. Porta Vagnu: Dolce Vita zum Mitnehmen.

Ihre Gastgeberin Elke Heselmeyer verwöhnt in Wiesbaden auch mit dem Genuss vor Ort, einem einzigartigen Einkaufserlebnis und fundierter Beratung. Eben: Italien riechen und schmecken, auch wenn man nicht im Urlaub ist.

Mehr Informationen: porta-vagnu.de.

Weitere Ausgaben von Italian Secrets finden Sie hier.

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Bild: Natanael Ginting freepic, Elke Heselmeyer © DNEWS24

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