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Italian Secrets: Ostern in Italien – Tradition. Familie. Rituale

Ostern gehört in Italien zu den wichtigsten Festen des Jahres. Doch wer glaubt, es gleiche den deutschen Traditionen, wird schnell feststellen: Italien geht seinen ganz eigenen Weg.

Zwischen tief verwurzelten religiösen Ritualen, kulinarischen Höhepunkten und überraschenden Unterschieden zeigt sich das Bel Paese einmal mehr von seiner besonderen Seite.

Karfreitag – ein Tag der Stille, aber kein gesetzlicher Feiertag

Der Karfreitag (Venerdì Santo) ist in Italien ein bedeutender religiöser Tag. In vielen Städten finden eindrucksvolle Prozessionen statt – oft bei Kerzenschein und in einer Atmosphäre großer Andacht.

Und doch gibt es einen Unterschied, der viele überrascht: Karfreitag ist in Italien kein gesetzlicher Feiertag.

Das bedeutet: das öffentliche Leben läuft weitgehend normal weiter – Geschäfte, Büros und Unternehmen sind geöffnet.

Ostersonntag – der Höhepunkt im Familienkreis

Der Ostersonntag (Pasqua) gehört ganz der Familie.

Man trifft sich zu einem ausgedehnten Mittagessen, bei dem traditionelle Gerichte serviert werden – oft mit Lamm, frischen Frühlingszutaten und natürlich süßen Spezialitäten.

Ein Klassiker ist die Colomba Pasquale, ein lockerer Hefekuchen in Form einer Taube – Symbol für Frieden und Neubeginn.

Ostermontag – unterwegs mit Freunden

Der Ostermontag (Pasquetta) hat in Italien eine ganz eigene Bedeutung.

Während dieser Tag in Deutschland oft ruhig im Familienkreis verbracht wird, zieht es die Italiener nach draußen: Picknicks, Ausflüge ins Grüne, Treffen mit Freunden.

Und auch hier eine kleine Überraschung: Ostermontag ist zwar ein Feiertag, doch nicht überall wird er so strikt „arbeitsfrei“ ge-handhabt wie in Deutschland.

Gerade in touristischen Regionen oder in der Gastronomie ist er ein lebendiger, aktiver Tag.

Süße Traditionen – das Osterei auf Italienisch

Neben der Colomba gehören vor allem die großen, kunstvoll verpackten Schokoladen-Ostereier zur italienischen Ostertradition.

Das Besondere:

Im Inneren verbirgt sich manchmal eine kleine Überraschung – ein Geschenk, das das Ei zu etwas ganz Persönlichem macht.
Glaube, Genuss und Gemeinschaft

Ostern in Italien ist eine besondere Mischung:

  • tiefe religiöse Verwurzelung
  • kulinarische Vielfalt
  • gelebte Gemeinschaft

Und vielleicht ist genau das das Schönste daran: alles hat seinen Platz – die Stille, die Freude, das Zusammensein.

Ein kleiner Gedanke zum Schluss

Italien zeigt uns an Ostern, dass Tradition oft in Momenten lebt, in Begegnungen – und oft auch ganz einfach am gedeckten Tisch.

Italian Secrets – Rezept der Woche 

Das herzhafte Osterbrot aus Kampanien

Castillos Napoletano

In Kampanien, rund um Neapel, gehört der Casatiello fest zu Ostern wie die Colomba.

Schon Tage vor dem Fest beginnt die Vorbereitung – denn dieses Brot ist mehr als ein Rezept: Es ist ein Symbol für Gemeinschaft, Fülle und Tradition.

Typisch sind die ganzen Eier, die oben in den Teig eingearbeitet werden – sie stehen für Frucht-barkeit und Neubeginn.

Zutaten (für 1 Brot)

  • 500 g Mehl
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 20 g frische Hefe
  • 100 g Schweineschmalz oder alternativ Olivenöl
  • 150 g gemischte Wurst (z. B. Salami, Pancetta)
  • 100 g Pecorino oder Parmesan
  • Salz, Pfeffer
  • 3–4 ganze Eier (für die Dekoration)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Teig vorbereiten
    Hefe im Wasser auflösen, mit Mehl, Fett und Salz zu einem geschmeidigen Teig kneten.
    Abgedeckt ca. 1,5–2 Stunden gehen lassen.
  2. Füllung einarbeiten
    Wurst und Käse in kleine Würfel schneiden und unter den Teig kneten. Großzügig pfeffern – das ist typisch für den Casatiello.
  3. Formen
    Teig zu einem Ring formen (ähnlich wie ein Gugelhupf) und in eine gefettete Form legen.
  4. Eier einsetzen
    Die rohen Eier vorsichtig oben in den Teig drücken und mit kleinen Teigstreifen „fixieren“.
  5. Backen
    Bei 180 °C ca. 45–50 Minuten backen, bis das Brot goldbraun ist.
Die passende Weinbegleitung

Ein kräftiger, aber nicht zu schwerer Rotwein passt perfekt: Aglianico del Vulture. Er ist würzig, strukturiert und it schöner Tiefe gesegnet.

Warum dieses Gericht so besonders ist

Der Casatiello wird traditionell zu Ostern gebacken und oft am Ostermontag bei Ausflügen (Pasquetta) mitgenommen.

Er ist:

  • sättigend
  • aromatisch
  • perfekt zum Teilen

Ein echtes Gemeinschaftsgericht.

In Süditalien wird Ostern nicht nur gefeiert – es wird gebacken, geteilt und gemeinsam genossen. Und manchmal erzählt ein einfaches Brot mehr über ein Land als viele Worte.

Buon appetito und bleiben Sie gesund!

Italian Secrets im DNEWS24Podcast
Elke Heselmeyer

Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.

Jedes Produkt erzählt seine eigene Geschichte – von Menschen, die nicht für den Massenmarkt produzieren, sondern für den echten Genuss. Porta Vagnu: Dolce Vita zum Mitnehmen.

Ihre Gastgeberin Elke Heselmeyer verwöhnt in Wiesbaden auch mit dem Genuss vor Ort, einem einzigartigen Einkaufserlebnis und fundierter Beratung. Eben: Italien riechen und schmecken, auch wenn man nicht im Urlaub ist.

Mehr Informationen: porta-vagnu.de.

Weitere Ausgaben von Italian Secrets finden Sie hier.

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Bild: Natanael Ginting freepic, Elke Heselmeyer © DNEWS24

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