Italian Secrets: Ligurien – so viel mehr als Kulinarik
In unserer heutigen Ausgabe möchte ich gerne auf die Besonderheiten der kleinen Region Ligurien eingehen. Diese Region ist kulinarisch sehr vielseitig und bietet sehr viel Abwechslung für unseren Gaumen. Doch nicht nur die Kulinarik ist beeindruckend: Ligurien hat auch landschaftlich viel zu bieten.
Küste, Bootstouren, malerisches Hinterland – ein paar Tipps zu Ligurien, die jeder mal ausprobieren sollte.
Wandern auf der „Via dell’Amore“ (Cinque Terre)
Die legendäre „Liebesstraße“ verbindet Riomaggiore mit Manarola – ein spektakulärer, panoramareicher Küstenpfad auf den Klippen über dem Ligurischen Meer.
Dauer & Niveau: Ca. 1 km, leicht begehbar – ideal für schöne Spaziergänge bei Sonnenuntergang.
Tipp: Kombinieren Sie den Spaziergang mit einem Stopp in einer Trattoria in Manarola und genießen Sie frischen Tintenfischsalat oder eine Frittura di Mare mit Blick aufs Meer.
Hinweis: Teile des Weges können – je nach Jahreszeit – gesperrt sein; also ggf. vorher checken.
Besuch im Hinterland: Dolceacqua & das Nervia-Tal
Malerisches mittelalterliches Dorf nahe der französischen Grenze – mit einer fotogenen Bogenbrücke, kleinen Weinkellern und engen Gassen voller Lokalkunst.
Highlight: Besuch bei einem lokalen Winzer mit Verkostung des berühmten Rossese di Dolceacqua – dem kräftigsten Rotwein Liguriens.
Bootstour zur Halbinsel von Portofino
Eine entspannte Bootstour entlang der Küste ab Santa Margherita oder Camogli bis zum kleinen Juwel Portofino – Luxusyacht-Feeling inklusive.
Tipp: Schnorcheln oder Schwimmen in der geschützten Bucht von San Fruttuoso – mit Blick auf die unter Wasser liegende Christusstatue („Cristo degli Abissi“).
Kulinarisch: Zurück in Portofino ein Glas Vermentino mit Focaccia und eingelegten Taggiasca-Oliven genießen – simple, aber perfekte ligurische Eleganz.
Bekanntermaßen wird man vom Wandern, Schwimmen, Schnorcheln etc. ziemlich hungrig. Darum widmen wir uns jetzt, wie oben bereits angekündigt, der kulinarischen Seite dieser bezaubernden Region.
Liguriens Küche: Land und Meer auf dem Teller
Pesto Genovese mit Trofie oder Trenette
Der bekannteste Botschafter der Region – Pesto alla Genovese – besteht aus DOP Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch (z. B. Vessalico), Parmigiano und Olivenöl. Traditionell im Mörser zubereitet, passt er besonders gut zu Trofie (kleine, gedrehte Pasta) oder Trenette (flache Nudeln), ergänzt mit Kartoffeln und grünen Bohnen – das klassische Trenette al pesto ist ein Muss.
Focaccia Genovese & Focaccia di Recco
Die üppige, ölgetränkte Focaccia aus Genua oder die besonders feine Recco-Focaccia mit flüssigem Stracchino im Inneren – ideal frisch aus dem Ofen
Farinata & Panissa
Knusprige Spezialitäten aus Kichererbsenmehl: Farinata aus Holzofen oder Panissa, frittiert als kleines Streetfood Häppchen – Rückzugsessen für Hafenarbeiter und Fischer
Pansoti mit Walnuss-Sauce
Diese gefüllten Ravioli – gefüllt mit Kräutern und Ricotta (oft Prescinsêua) – werden serviert mit Salsa di Noci, einer cremigen Walnusssoße aus Brot, Öl, Knoblauch, Milch und Parmesan.
Cappon Magro
Eine festliche Schicht-Komposition aus gekochtem Gemüse, Meeresfrüchten und Brot, dekoriert mit Krabben, Austern und gewürzt mit Parmesan. Eine Besonderheit, die meist an Feiertagen serviert wird.
Buridda und Bagnun
Buridda: Ligurische Fischsuppe/Eintopf aus verschiedenen Meeresfrüchten mit Tomate, Knoblauch und Olivenöl, oft mit tollem gerösteten Brot serviert.
Bagnun: Eintopf aus frischen Sardellen, Zwiebeln, Tomaten und Brot – ursprünglich Gericht der Fischerboote bei Sestri Levante
Weitere Spezialitäten
Coniglio alla Ligure: Kaninchen in Wein geschmort mit Taggiasca-Oliven und Kräutern – typisch für das Hinterland von Imperia
Sardenaira (Pizza all’Andrea): Ursprüngliche „Pizza“ ohne Käse – nur Brot, Olivenöl, Kapern, Knoblauch & Anchovis
Torta Pasqualina, Castagnaccio, Amaretti, Sacripantina – traditionelle Gerichte aus Ligurien
Das Rezept für die Focaccia al fomaggio (Brotfladen mit Käse) möchte ich heute gerne teilen:
Für sechs Portionen benötigen wir:
200 g Ziegenfrischkäse (oder sehr frischen Blauschimmelkäse)
200 g Mehl
100 ml feinstes Olivenöl (gibt es bei Porta Vagnu)
etwas Salz
Zubereitung
Das Mehl mit der Hälfte des Olivenöls mischen und auf dem Backbrett verkneten. So viel kaltes Wasser hinzufügen, dass ein glatter Teig entsteht. Zu einer Kugel formen, in eine Plastiktüte wickeln und etwa 1 Stunde ruhen lassen.
Danach den Teig einige Minuten kräftig durchkneten, zu zwei Kugeln formen und auf dem Backbrett nochmals 5 Minuten ruhen lassen. Eine Teigportion mit dem Nudelholz dünn ausrollen, vor-sichtig mit den Händen nach allen Richtungen so dünn wie möglich ausziehen. Den Backofen auf der höchsten Stufe vorheizen.
Eine große, runde, gut gefettete Backform mit der Teigplatte auskleiden. Den Ziegenkäse würfeln und auf dem Teig verteilen und alles mit der zweiten, ebenfalls sehr dünn ausgezogenen Teigplatte abdecken und dann die Ränder andrücken. Anschließend mit der Fingerspitze an einigen Stellen Vertiefungen eindrücken. Anschließend die Teigoberfläche mit Salz bestreuen und mit dem restlichen Olivenöl beträufeln, das Öl dann mit der Handfläche auf dem Teig verteilen und dabei die Käsestückchen leicht zerdrücken.
Bei der höchsten Temperatur, die der Backofen „hergibt“ ca. 10 Minuten backen (wenn die Oberfläche schön gebräunt ist, ist die Focaccia gut), in große Stücke schneiden und servieren.
Dazu reichen wir einen feinen Weißwein aus der Region Veneto, einen Soave Classico.
Buon appetito und bleiben Sie gesund!