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Italian Secrets: La passeggiata

Eine typische Art, die Zeit ohne Hast zu verbringen und zu genießen.

La Passeggiata ist, wie ich finde, für den Sommer ein sehr schönes und passendes Thema. Es ist kein Denkmal, keine Spezialität und keine Sehenswürdigkeit – es ist ein Lebensgefühl. Genau das möchte ich heute transportieren.

Wenn Sie einmal an einem Sommerabend durch eine italienische Stadt spaziert sind, dann kennen Sie dieses Bild bestimmt: Plötzlich füllen sich Plätze und Fußgängerzonen. Familien, junge Paare, Großeltern mit ihren Enkeln – alle sind unterwegs. Nicht, weil sie etwas einkaufen müssen. Nicht, weil sie einen Termin haben. Sondern einfach, weil es Zeit ist für… la passeggiata.

Schon beim Wort la passeggiata beginnt bei vielen Menschen das Kopfkino.

Was ist „La Passeggiata“?

Wörtlich bedeutet es einfach: der Spaziergang.

Aber das trifft es eigentlich überhaupt nicht.

La passeggiata ist viel mehr:

  • ein gesellschaftliches Ritual,
  • ein Treffpunkt,
  • ein Stück Lebensqualität,
  • eine Möglichkeit, Freunde zu treffen,
  • Neuigkeiten auszutauschen,
  • Menschen zu beobachten
  • und natürlich… selbst gesehen zu werden.

Deshalb sagt man in Italien auch gerne augenzwinkernd: „Vedere ed essere visti.“ Sehen und gesehen werden.

Wann findet sie statt? Vor dem Abendessen oder danach…? Das ist eine wichtige Frage. Die klassische Passeggiata beginnt meist zwischen 18.30 Uhr und 20.30 Uhr, je nach Region und Jahreszeit. Im Hochsommer oft sogar erst gegen 21 Uhr.

Und jetzt kommt das Interessante: Es gibt eigentlich beides: la passeggiata vor dem Abendessen. Sehr häufig. Man trifft sich. Geht gemeinsam spazieren. Unterhält sich. Vielleicht gibt es unterwegs einen Aperitivo. Und danach geht man essen. Das dürfte heute die häufigste Variante sein. Doch auch nach dem Abendessen. Gerade in kleineren Orten ebenfalls sehr verbreitet. Man isst gemeinsam. Danach dreht man noch eine Runde durch den Ort. Das dient gleichzeitig der Verdauung und dem geselligen Beisammensein. Deshalb gibt es nicht die eine richtige Antwort.

Beides gehört zur italienischen Lebensart.

Man kann also sagen: „Je nach Region und Gewohnheit findet die Passeggiata entweder vor oder nach dem Abendessen statt – manchmal sogar beides.“

Kleidung

Hier werden einige Deutsche vielleicht schmunzeln. Viele Italiener machen sich tatsächlich hübsch. Nicht geschniegelt. Aber gepflegt. Ein schönes Sommerkleid. Leinenhemd. Elegante Schuhe. Sonnenbrille. Eine passeggiata im Jogging-Anzug – ein absolutes NoGo.

Man zeigt:

„Ich freue mich auf den Abend.“

Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun.

Sondern mit Respekt vor sich selbst und den Menschen, denen man begegnet.
„Ich finde diese Tradition wunderschön. Man muss nichts konsumieren, kein Ziel erreichen und keine Termine abhaken. Man geht einfach gemeinsam ein Stück durchs Leben – manchmal wortwörtlich.“

Und wer weiß: „Vielleicht machen Sie heute Abend auch einmal Ihre ganz persönliche passeggiata. Ganz gleich, ob durch Rom, Florenz, Wiesbaden oder Ihr eigenes Viertel. Lassen Sie das Handy einfach einmal in der Tasche, genießen Sie den Sommerabend und nehmen Sie sich Zeit – für sich selbst und für die Menschen, die Sie begleiten.“

Rezept der Woche

Das Rezept der Woche ist natürlich etwas Leichtes. Da hatte ich spontan die Idee:

Panzanella = Toskanischer Brotsalat

Zutaten (für 4 Personen)
Zubereitung

Das Brot vorbereiten
Schneiden Sie das Brot in mundgerechte Würfel. Ist es sehr trocken, können Sie es kurz unter fließendes Wasser halten und anschließend gut ausdrücken. Es soll weich werden, aber keinesfalls matschig sein.

Das Gemüse schneiden
Die Tomaten in Stücke schneiden, die Gurke schälen (nach Belieben) und in Scheiben oder Würfel schneiden. Die rote Zwiebel in feine Ringe oder Streifen schneiden.

Alles vermengen
Brot, Tomaten, Gurke und Zwiebeln in eine große Schüssel geben. Die Basilikumblätter grob mit den Händen zerpflücken und hinzufügen.

Das Dressing
Aus dem Rotweinessig, dem nativen Olivenöl extra, etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ein Dressing verrühren und über den Salat geben.

Ziehen lassen
Nun kommt der wichtigste Schritt: Die Panzanella sollte mindestens 30 Minuten ziehen. Erst dann verbindet sich das Brot mit den Aromen der Tomaten, des Basilikums und des Olivenöls zu diesem typisch toskanischen Sommergericht.

Servieren
Vor dem Servieren noch einmal vorsichtig durchmischen und – falls nötig – mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken.

Mein Tipp:

Für eine wirklich gute Panzanella sind sonnengereifte Tomaten und ein hochwertiges natives Olivenöl extra unverzichtbar. Gerade weil dieses Gericht aus so wenigen Zutaten besteht, schmeckt man die Qualität jeder einzelnen Zutat.

Der Wein dazu darf gerne frisch sein. Ich hätte zwei schöne Vorschläge, beide nicht aus der Toskana. Zum einen stelle ich mir zu diesem Gericht einen Lugana vom Gardasee vor, doch mein Favorit wäre ein Grillo mit einer schönen Mineralität, nämlich von Casa Grazia: https://porta-vagnu.de/produkt/grillo-sicilia-doc-per-mari/.

Buon appetito und bleiben Sie gesund!

Italian Secrets im DNEWS24Podcast
Elke Heselmeyer

Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.

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Ihre Gastgeberin Elke Heselmeyer verwöhnt in Wiesbaden auch mit dem Genuss vor Ort, einem einzigartigen Einkaufserlebnis und fundierter Beratung. Eben: Italien riechen und schmecken, auch wenn man nicht im Urlaub ist.

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Bild: Natanael Ginting freepic, Elke Heselmeyer © DNEWS24

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