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Italian Secrets: Die Maremma – das andere Gesicht der Toskana

Wer an die Toskana denkt, sieht oft Zypressenalleen, Weizenfelder und Weinberge vor sich. Oder denkt an Städte wie Florenz, Montepulciano, Siena oder Pisa. Doch im Süden, dort wo die Hügel sanfter werden und der Wind nach Meer riecht, zeigt sich die Toskana von einer anderen, stilleren Seite – die Rede ist von der Maremma.

Hier, in den alten Tuffsteinorten Pitigliano, Sovana und Sorano beispielsweise, die von den Etruskern errichtet wurden, scheinen die Uhren anders zu ticken. Das Licht ist weicher, die Farben erdiger, das Leben langsamer.

Die Menschen sind stolz, herzlich und tief mit ihrer Erde, mit ihrer Heimat verbunden.

Es ist eine Gegend, in der einfache Dinge zählen: Brot, Öl, Tomaten – und ein gutes Glas Wein.

Wer in die Maremma reisen möchte, kann sich freuen, denn in den letzten Jahren setzt der Tourismusverband sehr stark auf den „sanften Tourismus“: Große Hotelbauten mit Eingriffen in die Natur werden nicht gefördert. Statt dessen setzt man auf Ferienwohnungen, Camping und Agriturismo. Angebote gibt es vom einfachen Podere (= ehemaliges Bauernhaus) bis zur Fattoria (Gutshaus).

Sehr angenehm, dass die Preise für Übernachtungen in den kleinen Orten der Maremma deutlich unter dem Durchschnitt der restlichen Toskana liegen.

Absolut empfehlenswert: der Parco Naturale della Maremma, den es seit 1975 gibt und der eine Fläche von ca. 100 Quadratkilometern umfasst. In den historischen Wäldern leben Damwild und Wildschweine, doch auch seltene Tiere wie Steinmader oder Wildkatzen kann man entdecken. Viele verschiedene Wander- und Radtouren führen durch das abwechslungsreiche Naturreservoir. Auch Badespaß am Naturstrand gibt es inklusive.

Eine zentrale Rolle in der lokalen Kultur und Landwirtschaft spielen das Maremmaner Rind und die Butteri, die traditionellen Viehhirten. Die Maremma-Kühe sind bekannt für ihre langen Hörner und ihre robuste Konstitution. Diese halbwilden Rinder werden gehütet von den Butteri, deren Traditionen bis in die Antike zurückreichen.

Wichtiges historisches Ereignis ist ihr Sieg in einem freundschaftlichen Wettbewerb gegen Buffalo Bill und seine Cowboys im Jahr 1890, welcher die überlegenen Fähigkeiten der Butteri im Umgang mit dem Vieh demonstrierte.

Abschließend möchte ich den Begriff „Maremma“ etwas näher beleuchten.
Maremma bezeichnet im Italienischen ganz allgemein sumpfiges Küstenland. In der flachen Landschaft bringen die Flüsse im Winter mehr Wasser, als ins Meer abfließen kann, aus den Bergen mit. So entstehen zwischen den Flussläufen flache Binnenseen, die selbst im Sommer nicht austrocknen. Zwischen den Gewässern häuft der Wind Sanddünen auf, durchsetzt mit großen Massen an Schutt, Felsbrocken und abgebrochenen Ästen, die die Flüsse vor sich hertragen. Das Salzwasser des Meeres und das Süßwasser der Flussläufe machen sie so zu einer einzigartigen Sumpflandschaft.

Nach so vielen Informationen, nach so viel Input, widmen wir uns nun der Kulinarik. Kein Gericht beschreibt diese Region besser als die Pappa al pomodoro, eine toskanische Brotsuppe, die aus der Not geboren wurde und heute als Inbegriff ehrlicher Landküche gilt. Sie zeigt, dass selbst aus Resten ein Gedicht werden kann – wenn man nur gute Zutaten verwendet.

Pappa al pomodoro – toskanische Brotsuppe mit Tomaten

Zutaten (für 4 Personen)

  • 500 g reife Tomaten (oder geschälte San Marzano aus der Dose)
  • 300 g altbackenes toskanisches Weißbrot (ungesalzen, grob zerrissen)
  • 3–4 EL Olivenöl extra vergine (gibt es bei Porta Vagnu)
  • 2–3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • Einige Blätter frisches Basilikum
  • Salz, Pfeffer nach Geschmack

 

Zubereitung

  1. Die Tomaten kreuzweise einritzen, kurz blanchieren, häuten und grob zerkleinern (bei Dosentomaten entfällt dieser Schritt).
  2. In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen, den Knoblauch darin kurz anschwitzen – er darf nicht bräunen.
  3. Die Tomaten hinzufügen, leicht salzen und etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen.
  4. Das zerrissene Brot in den Topf geben, mit der heißen Brühe übergießen und bei niedriger Hitze 30 Minuten köcheln lassen.
  5. Gelegentlich umrühren, bis sich Brot und Tomaten zu einer cremigen, dichten Suppe verbinden.
  6. Mit Salz, Pfeffer und frischem Basilikum abschmecken.
  7. Zum Schluss mit einem kräftigen Schuss Olivenöl beträufeln.
Weinempfehlung: Morellino di Scansano DOCG

Dieser Wein stammt direkt aus dem Herzen der Maremma.

Er wird hauptsächlich aus Sangiovese-Trauben gekeltert und spiegelt die Region perfekt wider: sonnig, würzig, unkompliziert und doch mit Tiefe.

Aromen: rote Kirschen, Kräuter, ein Hauch von Mittelmeer-Macchia.

Charakter: frisch, lebendig, mit weichen Tanninen – der ideale Begleiter zu Pappa al pomodoro, Bruschetta oder geröstetem Gemüse.

Ein Stück toskanische Seele im Teller

„Pappa al pomodoro“ ist kein Gericht für Eile – sie will gerührt, abgeschmeckt, gefühlt werden.

Sie erzählt von alten Bauernküchen, vom Respekt vor jedem Stück Brot und vom Glück, einfache Zutaten zu etwas Besonderem zu machen.

Und genau das ist die Maremma: Ein Ort, der lehrt, dass wahre Schönheit in der Schlichtheit liegt.

Buon appetito und bleiben Sie gesund!

Porta Vagnu steht für echtes Italien: Feinkost, Olivenöl und Weine von kleinen, familiengeführten Betrieben, die mit Herz und Tradition arbeiten. Produzenten, die ihr Land respektieren, nachhaltig handeln und authentische Qualität liefern. Elke Heselmeyer spürt sie bei ihren Reisen nach Italien auf. Mehrmals im Jahr besucht sie ihre Produzenten, prüft die Qualität und probiert die neue Ernte.

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Italian Secrets im DNEWS24Podcast

Bild: Natanael Ginting freepic © DNEWS24

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