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IAB‑Prognose 2026/2027: Erwerbstätigkeit sinkt trotz stabiler Konjunktur und demografischem Wandel

Die neue IAB‑Prognose zeigt: Obwohl sich die deutsche Wirtschaft 2026 und 2027 stabilisiert und wieder wächst, schrumpft die Erwerbstätigkeit deutlich. Demografischer Wandel, niedrige Nettozuwanderung und strukturelle Veränderungen in zentralen Branchen führen zu einem Rückgang der Beschäftigung und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Besonders betroffen ist das Produzierende Gewerbe, während öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit weiter wachsen.

Die deutsche Wirtschaft findet nach einer längeren Schwächephase zurück auf einen moderaten Wachstumspfad. Laut der aktuellen IAB‑Prognose für 2026 und 2027 wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 um 1,2 Prozent und 2027 um 1,0 Prozent steigen. Fiskalpakete und ein robuster Export stützen die Konjunktur, trotz höherer Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten.

Gleichzeitig zeigt die Prognose jedoch eine gegensätzliche Entwicklung am Arbeitsmarkt: Die Erwerbstätigkeit sinkt 2026 um 210.000 Personen und 2027 um weitere 140.000 Personen. Hauptgrund ist der demografische Wandel, der das Arbeitskräfteangebot spürbar reduziert. Das Erwerbspersonenpotenzial geht 2026 um 70.000 und 2027 um 140.000 Personen zurück – verstärkt durch niedrige Nettozuzüge.

Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten schrumpft:

2026: minus 70.000 auf 34,89 Millionen

2027: minus 40.000 auf 34,85 Millionen

Erstmals seit der Finanzkrise 2009 wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht mehr wachsen. Betroffen ist vor allem die Vollzeitbeschäftigung, ergänzt durch Rückgänge bei Selbstständigen und geringfügig Beschäftigten.

Arbeitslosigkeit steigt – aber moderat

Die Zahl der Arbeitslosen erhöht sich 2026 um 50.000 und 2027 um 20.000 Personen. Laut IAB‑Experte Enzo Weber sind „klare Verbesserungen nicht absehbar“, doch die stabile Konjunktur könnte den Anstieg der Arbeitslosigkeit begrenzen. Ein Teil des Zuwachses ist auf geänderte Zumutbarkeitsregeln zurückzuführen, durch die mehr erziehende Leistungsberechtigte als verfügbar gelten.

Branchenentwicklung bleibt gespalten

Die Prognose zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen:

Produzierendes Gewerbe unter Druck

Transformation, geopolitische Risiken und die US‑Zollpolitik belasten die Industrie stark.

2026: minus 160.000 Beschäftigte

2027: minus 130.000 Beschäftigte

Steigende Verteidigungsausgaben wirken nur begrenzt, da sie hauptsächlich der Rüstungsindustrie zugutekommen.

Wachstum in öffentlichen Dienstleistungen

Den größten Beschäftigungszuwachs erwartet das IAB in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit:

2026: plus 170.000 Stellen

2027: plus 150.000 Stellen

Treiber sind der Ausbau der Kindertagesbetreuung und die alternde Gesellschaft.

Bild: Gemini KI © DNEWS24

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