Hörbuchtipp: Dass es uns überhaupt gegeben hat
»Was soll‘s – das Leben ist ein Urlaub vom Totsein, und auch wenn wir keine Ahnung hatten von irgendwas – das hier fühlte sich wie Leben an.« On the road mit Marco Wanda! Der Bandleader und Songwriter von Wanda hat ein Buch geschrieben und es selbst als Hörbuch eingelesen. Er beschreibt die Geschichte eines Erfolgs und verschweigt nicht den Preis, den man dafür zahlt, er erzählt von Wien und den Menschen, die diese Stadt ausmachen, von einer Künstlergeneration, die »zum lebenden Kult« geworden ist. Bestechend ehrlich erzählt Marco Wanda über einen, der mehr erreicht hat, als er sich jemals vorstellen konnte – und der überlebt hat. Ein großes, ein grundsätzliches Hörbuch über Tod und Verlust, über Musik und Freundschaft.
Marco Wanda im Interview
Herr Wanda, wie war es für Sie, Ihr eigenes Buch als Hörbuch einzulesen?
Ohne Frage, es war eine außerirdisch bereichernde und anspruchsvolle Aufgabe. Vor allem aus folgendem Grund: Ich bin kein professioneller Sprecher und war durchaus bemüht, meine Sache gut zu machen. Die größten Herausforderungen waren die im geschriebenen Wort ganz selbstverständlich wirkenden Passagen auf Englisch, Italienisch und Französisch. Was sich leicht hinschreibt, ist dann aber akzentfrei auszusprechen – ohne ins Denglische oder ins Wienerische abzurutschen. Ich hoffe, es ist mir gelungen, das halbwegs akzentfrei und bekömmlich hinzukriegen.
Gab es Stellen, die Ihnen beim Einlesen besonders nahegingen?
Also ich hätte das im Vorfeld tatsächlich gar nicht gedacht, aber mein Regisseur hat mich schon vorgewarnt, dass es sein kann, dass mir Passagen sehr nahegehen. Und das hat sich bewahrheitet. Tatsächlich gab es Momente, die herausfordernd waren – insofern, als dass gewisse Dinge erst real wurden, als ich sie laut gelesen habe. Das gesprochene Wort macht aus irgendeinem Grund das Geschehene verdammt real.
Hat das Einsprechen etwas in Ihnen verändert oder einen neuen Blick eröffnet?
Der ganze Prozess des Hörbuchs hat mich auf einer profanen, aber sehr wichtigen Ebene bereichert. Ich habe mit sehr netten Menschen zusammengearbeitet – und für mich ist jede Arbeit eigentlich nur dann interessant, wenn man interessante und nette Menschen kennenlernt. Schöner Prozess!