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Gedankenmacher: Demografie und Wohnungsnot

Kaum in den Schlagzeilen zu finden, ist die Wohnungsnot in Deutschland doch eines drängendsten Probleme.

In Deutschland leben aktuell rund 83,5 Millionen Einwohner (Stand Ende 2025/Anfang 2026). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Mietwohnungen. Insgesamt gibt es etwa 43,8 Millionen Wohnungen in Deutschland.

In Deutschland fehlen Anfang 2026 laut dem „Sozialen Wohn-Monitor“ mindestens 1,4 Millionen Wohnungen, was einen historischen Höchststand beim Wohnungsdefizit darstellt. Der Mangel betrifft vor allem barrierearme Wohnungen – deren Mangel sogar 2,5 Millionen betragen soll, bezahlbaren Wohnraum und Sozialwohnungen. Zum Vergleich: die größte Stadt in Deutschland, Berlin, verzeichnete 2022 einen Gesamtbestand von 2.014.562 Wohnungen.

Die Wohnungsnot in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verschärfen. Einerseits soll die Zuwanderung nach Deutschland forciert werden – und Zuwanderer brauchen Wohnraum. Andererseits werden sich sehr viele der Millionen Babyboomer wünschen, umzuziehen. Sie brauchen Wohnungen mit guter Nahversorgung und Infrastruktur. Ältere brauchen kleinere Wohneinheiten zu bezahlbaren Mieten.

Das Problem ist im Europäischen Parlament angekommen, wo „Housing“ in dieser Woche auf der Tagesordnung stand. Allerdings sind Brüssel und Strasbourg weit weg. Die Wohnungsnot ist hausgemacht und muss lokal und regional gelöst werden. Die Bundesregierung hat ein Gesetz beschlossen, mit dem der Bau-Turbo gezündet werden soll. Es ist allerdings nicht bekannt, ob und wieviel Geld aus dem gigantischen Sonderschulden-Topf in staatliche oder staatlich-geförderte Wohnungsbaumaßnahmen fließen soll. Egoistischen Bürgerinitiativen, Naturschützer, die das Wohl von Fledermäusen in der Stadt über den Wohnungsbau stellen und Behörden, die entweder gar nichts oder zu wenig zu spät tun, verhindern den notwendigen Bau von mindestens 450.000 Wohnungen pro Jahr. Bestenfalls kommen wir in Deutschland auf die Hälfte dieser Zahl. Das ist zu wenig.

Wohnen ist ein Grundrecht. Wohnen vermittelt das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Wohnungsnot vermittelt ein Gefühl der Existenzangst. Wohnungsnot erschüttert das Vertrauen der Menschen in den Staat.

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Der Gedankenmacher

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus Europa.

Der Bundesverband Initiative 50Plus Europa ist eine unabhängige Initiative, die die Interessen der Generation 50Plus in Europa vertritt. Der BVI50PLUS ist im Transparency Register der Europäischen Union eingetragen.

Der Sitz des BVI50PLUS ist Wien. Die Stadt ist nicht nur ein Sitz der Vereinten Nationen und die Hauptstadt Österreichs, sondern auch eine der lebenswertesten Städte der Welt.

Bis 1996 hat Müller mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gewohnt. Nach zwei Jahren im Ausland lebt er heute in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt auch heute noch oft und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit genießt man nur die Vorzüge der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten, unter denen die ansässigen Bewohner täglich leiden, einfach ignorieren.“

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Bild: © DNEWS24

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