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DIW: Boomer-Soli soll die Rente retten

Die steigenden Bundeszuschüsse für die gesetzliche Rentenversicherung zeigen, dass das Umlageverfahren zur Finanzierung der Rentenzahlungen in Deutschland wackelt. Jetzt haben DIW-Forscher einen Lösungsvorschlag.

Der demografische Wandel in Deutschland verschärft die Krise des Rentensystems. Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin schlagen einen von ihnen so genannten „Boomer-Soli“ vor, um die durch den Eintritt geburtenstarker Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand strapazierten Rentenkassen zu entlasten. 

Die Babyboomer der 1950er- und 60er-Jahre gehen jetzt nach und nach in den Ruhestand. Das umlagefinanzierte Rentensystem in Deutschland, bei dem nachfolgende Generationen die Rentenzahlungen für die Rentner aufbringen, gerät dadurch zunehmend unter Druck. Denn seit 1972 führt der demografische Wandel zu einer Alterung der Gesellschaft. Mit der Folge, dass immer mehr Rentner von immer weniger Arbeitnehmern finanziert werden müssen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) macht in seinem aktuellen Wochenbericht zwei Reformvorschläge, die zu einer finanziellen Umverteilung innerhalb der Babyboomer-Generationen führen würden.

Eine Sonderabgabe auf alle Alterseinkünfte ab einer gewissen Höhe wäre rechtlich und technisch unmittelbar umsetzbar. Die Einnahmen sollten nach den Plänen der DIW-Experten nicht in den allgemeinen Bundeshaushalt von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) fließen, sondern in ein Sondervermögen, das für die Umverteilung der Alterseinkünfte geschaffen wird und nur für deren Zweck verwendet werden darf. Vorgeschlagen werden Freibeträge für die Babyboomer. So würde vor allem das oberste Einkommensfünftel finanziell belastet.

Ein weiterer DIW-Vorschlag sei dagegen nur langfristig umsetzbar.

Rentenanwartschaften („Rentenpunkte“) könnten innerhalb der Babyboomer-Generation umverteilt werden. So würden nach den Plänen des DIW höhere Anwartschaften, die erarbeitet und durch Sozialabgaben finanziert worden seien, abgewertet werden und auf niedrigere Anwartschaften umgeleitet werden.

Zuerst hatte der „Spiegel“ über den Vorstoß berichtet. Der DIW-Wochenbericht zu dem Thema liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bildnachweis: Drazen Zigic freepic © DNEWS24

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