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Die Renten im internationalen Vergleich: Wie hoch die Durchschnittsrenten in den OECD-Ländern ausfallen

Auch bei der Altersvorsorge ist Deutschland nur noch Durchschnitt.

Die OECD untersucht regelmäßig die Altersversorgung ihrer Mitgliedsstaaten. Ein Blick auf die aktuellen Daten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Ländern – sowohl in der Höhe der Durchschnittsrenten als auch in der Struktur der Systeme. Während einige Staaten hohe Leistungen garantieren, kämpfen andere mit niedrigen Renten und steigenden Altersarmutsrisiken.

Die Höhe der Durchschnittsrenten in den OECD-Ländern

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht alle zwei Jahre ihren Bericht Pensions at a Glance. Die Ausgabe 2025 zeigt erneut, wie unterschiedlich die Rentensysteme in den Mitgliedsstaaten ausgestaltet sind und welche Folgen dies für die Höhe der Durchschnittsrenten hat.

Zentrale Erkenntnisse
  • Große Spannweite der Rentenhöhen: Während Länder wie Luxemburg oder die Niederlande vergleichsweise hohe Renten im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen zahlen, liegen Staaten wie Mexiko oder Südkorea deutlich darunter.
  • Relative Rentenhöhe: Die OECD misst Renten oft im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen. In vielen Ländern liegt die Nettoersatzrate (das Verhältnis von Rente zu vorherigem Einkommen) zwischen 50 und 70 Prozent.
  • Demografischer Druck: Bis 2050 wird die Zahl der über 65-Jährigen pro 100 Erwerbstätige im OECD-Schnitt von heute 33 auf 52 steigen – ein massiver Belastungsfaktor für die Systeme.
  • Gender Pension Gap: Frauen erhalten im OECD-Schnitt rund 23 Prozent weniger Rente als Männer, wobei Deutschland den stärksten Rückgang der Lücke verzeichnet hat.
Analyse der Unterschiede

Die Unterschiede ergeben sich aus mehreren Faktoren:

  • Finanzierungsmodell: Länder mit umlagefinanzierten Systemen (z. B. Deutschland, Frankreich) sind stärker von demografischen Entwicklungen abhängig. Kapitalgedeckte Systeme (z. B. Niederlande, USA) können Schwankungen abfedern, sind aber anfälliger für Finanzmarktkrisen.
  • Politische Entscheidungen: Rentenniveau und Zugangsvoraussetzungen sind Ergebnis politischer Prioritäten. Länder mit starkem Sozialstaatsgedanken wie Luxemburg oder die Niederlande investieren mehr in Altersversorgung.
  • Arbeitsmarktstrukturen: Länder mit hoher Erwerbsbeteiligung und stabilen Einkommen können höhere Renten finanzieren. In Staaten mit prekären Beschäftigungsverhältnissen (z. B. Mexiko, Südkorea) sind die Renten entsprechend niedriger.
Herausforderungen für die Zukunft
  • Demografie: Der Alterungsprozess wird die Systeme weiter belasten. Ohne Reformen drohen steigende Beitragssätze oder sinkende Leistungen.
  • Ungleichheit: Der Gender Pension Gap bleibt ein zentrales Problem. Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen.
  • Private Vorsorge: In vielen Ländern wird die Bedeutung privater und betrieblicher Altersvorsorge weiter steigen.
Fazit

Die OECD-Daten zeigen: Es gibt kein einheitliches Rentenniveau, sondern große Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten. Während einige Länder hohe Leistungen garantieren, stehen andere vor erheblichen Herausforderungen. Für Deutschland bedeutet dies, dass trotz vergleichsweise stabiler Durchschnittsrenten Reformen notwendig bleiben, um die langfristige Finanzierbarkeit zu sichern und Altersarmut zu verhindern.

Bildnachweis: pressfoto freepik © DNEWS24

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