Die Alterung der Babyboomer wird Städte und ländliche Räume sehr unterschiedlich treffen
Deutschland steht durch die Alterung der Babyboomer in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Wie eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, werden Großstädte von den Auswirkungen deutlich weniger betroffen sein als dünner besiedelte Gebiete.
Regionale Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung werden in Deutschland stark durch Wanderungsbewegungen bestimmt. Die Geburten- und Sterberaten haben dagegen einen geringeren Einfluss. Das Forschungsprojekt untersuchte erstmals, wie sich internationale und interne Wanderungsbewegungen auf die künftige Entwicklung der Bevölkerungszahl und deren Altersstruktur in Stadt und Land auswirken könnten. Dazu wurden neun Szenarien entwickelt, die sich nach den Zuwanderungszahlen und den Mustern der Binnenwanderung unterscheiden. Der interessante Befund: Die Stadt-Land-Unterschiede bei der Alterung weichen in allen neun Szenarien kaum voneinander ab. „Dies hängt damit zusammen, dass ein erheblicher Teil der künftigen Entwicklungen schon durch die aktuellen Unterschiede in der Altersstruktur festgeschrieben ist, die von vergangenen Wanderungsbewegungen geprägt wurden“, erklärt Dr. Frank Swiaczny, Bevölkerungsforscher am BiB. „Künftige Wanderungen werden diese Trends der regionalen Alterung in naher Zukunft nicht mehr grundsätzlich verändern.“