Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf die Frage eines Journalisten In einer Pressekonferenz mit dem Staatspräsidenten von Syrien, Ahmed al-Scharaa, gesagt, er wolle, dass 80 Prozent der Syrer, die in Deutschland leben, in ihr Land zurückkehren. Die Reaktionen aus Politik und Wirtschaft sind heftig. Wie sind die Fakten? Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Auswirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt nicht gravierend wären.
In Deutschland leben rund 950.000 Syrer. Die meisten von ihnen – knapp 330.000 Personen – genießen laut Bundesinnenministerium einen „subsidiären Schutz“, weil ihnen in Syrien ernsthafter Schaden droht. Weitere gut 320.000 Menschen erhalten Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention, weil sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, politischen Überzeugung oder Religion in Syrien verfolgt werden könnten. Die übrigen Syrer hatten andere Aufenthaltstitel.
Mehr als ein Jahrzehnt nach der großen Fluchtwelle sind von den knapp eine Million Geflüchteten gut 260.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Rund 80.000 von diesen waren in sogenannten Engpassberufen tätig, in denen Stellen besonders schwierig zu besetzen sind. Die meisten waren als Fachkraft beschäftigt, also in Tätigkeiten, die in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern.
Etwa 130.000 der syrischen Beschäftigten ist auf Fachkraftniveau tätig, gut zehn Prozent auf Spezialisten- oder Expertenniveau. Hinzu kommen rund 21.000 Syrerinnen und Syrer, die in Deutschland studieren, und knapp 7.000, die eine Berufsausbildung absolvieren – darunter viele in Engpassberufen wie Zahnmedizin, Sanitär- und Heizungstechnik sowie Bauelektrik.
2024 kamen über reguläre Erwerbszuwanderung lediglich 54.590 Personen aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland – laut IW bei Weitem nicht genug, um den Renteneintritt der Babyboomer auszugleichen. Denn allein in dieser Legislatur-Periode gehen 5,1 Millionen Babyboomer in Rente, aber nur zwei Millionen junge Menschen treten in das Berufsleben ein.
Bild: airfocus, nk-ni, unsplash © DNEWS24
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