Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 106 000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gegenüber dem Vorjahr mit -0,7 % leicht verringert. Sie lag damit weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020, als die Zahl der gemeldeten Fälle stets zwischen rund 99 000 und 101 000 gelegen hatte. Die Ursachen für die Entwicklung sind anhand der Daten nicht bewertbar. Insbesondere liegen keine Erkenntnisse über die persönlichen Entscheidungsgründe für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vor.
Sieben von zehn Frauen (69 %), die im Jahr 2025 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt und 20 % waren im Alter zwischen 35 und 39 Jahren. 9 % der Frauen waren 40 Jahre und älter, 3 % waren jünger als 18 Jahre. 44 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.
96 % der im Jahr 2025 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der sogenannten Beratungsregelung vorgenommen. Indikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.
2025 wurden erstmals die meisten Schwangerschaftsabbrüche (45 %) mit dem Medikament Mifegyne® durchgeführt, gefolgt von der Absaugmethode (Vakuumaspiration) mit 43 %, die bis 2024 am häufigsten angewandt wurde. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, davon rund 86 % in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren und 12 % ambulant im Krankenhaus.
Die meisten Abbrüche (80 %) erfolgten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen, 3 % wurden nach der 12. Schwangerschaftswoche oder später vorgenommen.
Im Vergleich zum Jahr 2015 (99 200 Fälle) lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025 um 6,5 % beziehungsweise 6 500 Fälle höher. Bei den Altersgruppen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung: Rückläufig war die Zahl in den Altersgruppen 15 bis 17 Jahre (-6,1 % oder -200 Fälle) und 20 bis 24 Jahre (-4,4 % oder -900 Fälle). Dagegen stiegen die Abbrüche in den Altersgruppen 30 bis 34 Jahre (+8,5 % oder +1 900 Fälle), 35 bis 39 Jahre (+27,5 % oder +4 500 Fälle) und 40 bis 44 Jahre (+24,1 % oder +1 600 Fälle) deutlich.
Teilweise sind diese Entwicklungen auf demografische Faktoren zurückzuführen: Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der 15- bis 17-jährigen Frauen um 4,0 % und die der Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren um 4,9 %. Demgegenüber nahm die Zahl der 30- bis 34-jährigen Frauen um 2,4 %, die der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren um 14,7 % und die der Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren um 6,6 % zu.
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10 000 Frauen veränderte sich bei den 15- bis 17-jährigen Frauen (in beiden Jahren 25) und bei den 20- bis 24-Jährigen kaum (Anstieg von 92 auf 94). Bei den 30- bis 34-jährigen Frauen stieg diese Quote von 86 auf 92, bei den 35- bis 39-Jährigen von 67 auf 75 und bei den 40- bis 44-Jährigen von 26 auf 31.
Schwangerschaftsabbrüche erfolgten 2025 häufiger in früheren Schwangerschaftswochen als noch zehn Jahre zuvor. 49 % der Abbrüche wurden 2025 innerhalb der ersten sechs Wochen durchgeführt, 2015 waren es nur 36 %. Der Anteil der Abbrüche in der siebten bis elften Schwangerschaftswoche nahm im gleichen Zeitraum von 61 % auf 48 % ab.
Schwangerschaftsabbrüche wurden immer häufiger mit dem Mittel Mifegyne® durchgeführt. Der Anteil stieg von 19 % im Jahr 2015 auf 45 % im Jahr 2025 (+28 800 Fälle). Demgegenüber sank der Anteil der Absaugmethode (Vakuumaspiration) deutlich von 64 % auf mittlerweile 43 % (-18 700 Fälle).
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen rund 654 300 Kinder geboren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 3,4 % Neugeborene weniger als im Vorjahr (2024: 677 117 Geburten). Damit sank die Geburtenzahl im vierten Jahr in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit 1946. Die Zahl der Sterbefälle (rund 1,01 Millionen) überstieg die Zahl der Geburten im Jahr 2025 um 352 000. Das war das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit. Die niedrigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahre ergeben sich aus zwei Entwicklungen: Das Eintreten der zahlenmäßig kleinen 1990er-Geburtsjahrgänge in das wichtige fertile Alter von Anfang 30 und die seit 2022 sinkende zusammengefasste Geburtenziffer.
Die Struktur der Geburten nach der Geburtenfolge blieb im Jahr 2025 stabil. Von allen geborenen Babys waren 46,6 % die ersten Kinder, 34,8 % die zweiten Kinder und 18,6 % die dritten oder weiteren Kinder im Leben der Mutter.
Wie in den Vorjahren sank die Geburtenzahl 2025 gegenüber 2024 in den östlichen Bundesländern mit -4,5 % stärker als in den westlichen Bundesländern mit -3,2 %. Unter den Bundesländern verzeichnete nach den vorläufigen Ergebnissen ausschließlich Hamburg mit +0,5 % einen leichten Geburtenanstieg. Den stärksten Geburtenrückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit -8,4 %.
Einen Rückgang der Geburtenzahlen im Jahr 2025 melden laut vorläufigen Ergebnissen auch andere Staaten der Europäischen Union, darunter Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichnet sich dagegen eine Stabilisierung der Geburtenzahlen ab.
Nach den Ergebnissen der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (siehe Pressemitteilung Nr. 446 und Webartikel vom 11. Dezember 2025) wäre ein künftiger Anstieg der Geburtenzahl in Deutschland nur bei einer deutlich steigenden zusammengefassten Geburtenziffer und mindestens moderater Nettozuwanderung möglich. Allerdings wird die Geburtenzahl auch unter diesen günstigen Annahmen voraussichtlich unter dem vergleichsweise hohen Niveau des Jahres 2021 von rund 795 000 geborenen Kindern bleiben.
Steigende Ausgaben für pflegerische Leistungen stellen das Gesundheitssystem in Deutschland vor Herausforderungen, auch weil sie deutlich stärker zunehmen als die Gesundheitsausgaben insgesamt. Gegenüber dem Jahr 2014 ist ihr Anteil an den Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 um 5,4 Prozentpunkte gestiegen: Auf pflegerische Leistungen entfielen im Jahr 2024 mit 135,9 Milliarden Euro gut ein Viertel (25,3 %) aller Gesundheitsausgaben in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Zehn Jahre zuvor betrugen die Ausgaben für diese Leistungen noch 65,0 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anteil von einem Fünftel (19,8 %) an allen Gesundheitsausgaben von 327,7 Milliarden Euro. Im Betrachtungszeitraum haben sich die Ausgaben für pflegerische Leistungen mehr als verdoppelt (+109,1 %).
Ursächlich für diese Entwicklung sind unter anderem die zum 1. Januar 2017 eingeführten Änderungen am Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI), gestiegene Pflegepersonalkosten und der demografische Wandel. Zu den pflegerischen Leistungen zählen unter anderem die Grund-, Behandlungs- und Intensivpflege, die weitgehend in ambulanten und (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen als auch in Krankenhäusern sowie im Rahmen der häuslichen Pflege in privaten Haushalten erbracht werden. Die Gesundheitsausgaben insgesamt lagen im Jahr 2024 bei 538,2 Milliarden Euro und sind seit 2014 um knapp zwei Drittel (64,2 %) gestiegen.
Neben den pflegerischen Leistungen zählen unter anderem ärztliche und therapeutische Leistungen, die Gewährleistung von Zahnersatz, das Bereitstellen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie von Unterkunft und Verpflegung zum Leistungsspektrum der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Ärztliche Leistungen entsprachen einem Anteil von 23,6 % aller Gesundheitsausgaben. Die Ausgaben für ärztliche Leistungen, die Grund-, Sonder-, Labor- und strahlendiagnostische Leistungen umfassen, stiegen gegenüber 2014 um 45,7 %. Arzneimittel machten 15,8 % der Gesundheitsausgaben aus und stiegen zwischen 2014 und 2024 um 67,5 %.
Bild: rawpixel freepik © DNEWS24
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
Sie können diesen Beitrag einfach teilen, benutzen Sie diese Buttons.