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Demografie: CDU-Wirtschaftsrat fordert höheres Renteneintrittsalter

SPD und CDU/CSU wollen weitermachen wie bisher – der Wirtschaftsrat der CDU dagegen fordert eine drastische Rentenreform. Das kann spannend werden bei den Koalitionsverhandlungen.

Die SPD will das Rentenniveau bei 48 Prozent langfristig festschreiben. Friedrich Merz lehnt als CDU-Vorsitzender eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die gestiegene Lebenserwartung an und setzt auf Steueranreize für ein freiwilliges längeres Arbeiten der Babyboomer.

Die Folge: die Beiträge zur Rentenversicherung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber drohen drastisch zu steigen. Jüngere Generationen werden für viele Jahre stärker belastet, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nimmt weiter ab.

Der Wirtschaftsrat der CDU geht nun auf Konfrontationskurs zu diesen Plänen. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, fordern die Präsidentin Astrid Hamker und der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, in einem Schrieben an den SPD-Vorstand ein höheres Renteneintrittsalter.

„Der ehemalige SPD-Parteivorsitzende und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering, hatte hierfür eine Anhebung des Renteneintrittsalters um zwei Jahre durchgesetzt. Nun, knapp eine Generation später, wäre entsprechend der zwischenzeitlich gestiegenen Lebenserwartung ein Beschluss für eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze der Königsweg.“ zitiert die Berliner Morgenpost aus dem Schreiben.

Die aktuelle Regelaltersgrenze gilt für alle, die 1964 und später geboren wurden und wird seit 2012 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben.

Demografie-Experten und Wirtschaftsfachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass das Renteneintrittsalter aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenbezugsdauer stark angehoben werden müsste.

 

Der Rentenversicherung zufolge könnten eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent und die ebenfalls bereits beschlossene, verbesserte Mütterrente bewirken, dass der Beitragssatz von heute 18,6 Prozent auf bis zu 22,9 Prozent im Jahr 2040 ansteigt. 

Die Festschreibung des Rentenniveaus bei 48 Prozent war schon von der gescheiterten Ampelregierung beschlossen worden. Allerdings hatte die FDP das SPD-Projekt in letzter Minute blockiert.

Bildnachweis: freepik © DNEWS2

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