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Bundesbank-Chef fordert: Rentenalter soll mit Lebenserwartung steigen

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel drängt auf eine grundlegende Reform der Altersvorsorge. Er sieht eine längere Lebensarbeitszeit als unvermeidlich – und setzt zugleich Hoffnungen in das neue staatlich geförderte Vorsorgedepot.

Die Diskussion um die Zukunft der Rente erhält neuen Schwung: Bundesbank-Präsident Joachim Nagel spricht sich für eine deutliche Neuausrichtung des deutschen Rentensystems aus. Angesichts der demografischen Entwicklung und steigender Lebenserwartung sei es aus seiner Sicht kaum zu vermeiden, das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter anzuheben.

Nagel betonte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt, dass die heute geltenden Regelungen ab dem Jahr 2031 nicht mehr ausreichen werden. Sein Vorschlag: Das Rentenalter soll künftig automatisch an die durchschnittliche Lebenserwartung gekoppelt werden. Wer länger lebt, soll demnach auch länger arbeiten – ein Ansatz, der in anderen europäischen Ländern bereits praktiziert wird und hierzulande seit Jahren kontrovers diskutiert wird.

Positiv bewertet der Bundesbank-Präsident hingegen das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem kommenden Jahr als staatlich geförderte Alternative zur Riester-Rente startet. Bürgerinnen und Bürger sollen damit einfacher und kostengünstiger in börsengehandelte Wertpapiere investieren können. Für Nagel ist dies ein „wichtiges Signal“ hin zu einer stärkeren kapitalgedeckten Säule in der Altersvorsorge.

Gleichzeitig dämpft er jedoch überzogene Erwartungen: Die neue Förderung könne zwar langfristig helfen, die private Vorsorge zu stärken, werde aber die akuten Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren nicht lösen. Die Belastungen durch den demografischen Wandel seien dafür schlicht zu groß.

Für viele Menschen – insbesondere für die Generation 50Plus – bleibt die Frage, wie tragfähig das Rentensystem künftig sein wird. Nagels Vorstoß dürfte die Debatte über faire Lastenverteilung, längere Lebensarbeitszeit und die Rolle privater Vorsorge weiter anheizen.

Bild: Bundesbank Oliver Rüther © DNEWS24

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