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Buchtipp: Oscar Murillo

Kollektive Osmose. Von Anna Schneider und Daniel Milnes.

Was passiert, wenn die zeitlose Schönheit der späten Gemälde Claude Monets auf die politischen Spannungen der Gegenwart trifft? Der Künstler Oscar Murillo geht dieser Frage in einer Reihe von Arbeiten nach, die Wahrnehmung, Machtverhältnisse und Verortung durch die Ausdruckskraft des Zeichnens neu interpretiert. Im Mittelpunkt steht surge (social cataracts) – eine Serie großformatiger, visuell beeindruckender Gemälde, die auf Monets Getreideschober, Houses of Parliament und Seerosen Bezug nehmen. Gleichzeitig thematisieren sie die politische Dimension des Sehens und des Nicht-Sehens, indem sie Dunkelheit als Spekulationsraum für eine neue Lesart des Impressionismus erproben. Vorgestellt werden diese Arbeiten neben weiteren Gemälden von Murillo sowie seinem langjährigen Projekt Frequencies, das in Zusammenarbeit mit Schulkindern aus aller Welt entstanden ist, und partizipativen Arbeiten, die seine Praxis über das Atelier hinaus in den öffentlichen Raum erweitern. Es entsteht eine vielschichtige Meditation über Sichtbarkeit, Landschaft und die politischen Implikationen künstlerischer Arbeit – über Grenzen und Generationen hinweg. Die elegant gestaltete und großzügig bebilderte Publikation spiegelt die Energien und Ambitionen des Projekts wider. Sie ist sowohl Dokumentation eines faszinierenden künstlerischen Vorhabens als auch Reflexion über Murillos sozial engagierten Ansatz und bietet so Einblicke in eine vielfältige und gesellschaftspolitisch relevante Praxis.

Die Autoren

Anna Schneider ist Direktorin von DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam.

Daniel Milnes ist Kurator am DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam.

Bibliografie

  • Verlag: Prestel
  • Seiten: 368
  • ISBN: 978-3-7913-9449-7
  • Preis: 40,00 Euro

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