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Als Konrad Bernheimer 1954 nach München zurückkehrt, ist er gerade einmal vier Jahre alt. Die Familie war vor den Nationalsozialisten nach Venezuela geflohen, doch der Großvater drängt auf die Heimkehr an den Ort, an dem die Bernheimers über Generationen als Kunst- und Antiquitätenhändler verwurzelt waren. Für den kleinen Jungen beginnt eine Reise, die nicht nur geografisch, sondern auch emotional eine Zäsur markiert. Seine Mutter und Schwestern begleiten ihn, doch eine Person fehlt: sein Vater Kurt.
Man erzählt dem Kind, der Vater sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Erwachsenen schweigen beharrlich, und das Schweigen wird zum ständigen Begleiter der Familie. Erst viele Jahre später, als Bernheimer längst ein international renommierter Kunsthändler ist, erfährt er die Wahrheit: Sein Vater hat sich das Leben genommen – unfähig, die Verfolgung und Entwürdigung durch die Nazis hinter sich zu lassen.
Dieses Buch ist der Versuch, eine Verbindung zu einem Vater herzustellen, dessen Leben von Schmerz und innerer Zerrissenheit geprägt war. Bernheimer nähert sich ihm in Form eines imaginären Gesprächs, das von Fragen durchzogen ist, die nie gestellt werden konnten. Es geht um die Last der Erinnerung, um die Weitergabe von Traumata, um Schuldgefühle, die über Generationen wirken, und um die Liebe, die trotz aller Brüche bestehen bleibt.
Mit großer Sensibilität beschreibt Bernheimer, wie die Geschichte einer Familie nachwirkt – und wie Erinnerung zu einem Ort werden kann, an dem etwas bleibt, selbst wenn vieles verloren gegangen ist. Ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und zeigt, wie eng persönliche Biografie und historische Verantwortung miteinander verwoben sind.
Konrad Bernheimer ist ein renommierter internationaler Antiquitäten- und Kunsthändler.
Verlag: Langen Müller
ISBN: 9783784437750
Seiten: 160
Preis: 20,00 Euro
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
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