Alfred Hugenberg gehört zu den umstrittensten Figuren der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als Medienunternehmer, Großindustrieller und politischer Akteur wurde er oft auf negative Zuschreibungen reduziert – vom „Reaktionär“ bis zum „Steigbügelhalter Hitlers“. Die neue Teilbiographie von Michael Schellhorn setzt genau hier an: Sie will Hugenberg nicht entschuldigen, aber verstehen.
Der Autor konzentriert sich auf die prägenden Jahre im Deutschen Kaiserreich, in denen Hugenberg einen beispiellosen Aufstieg erlebte. Er gelangte an die Spitze eines der größten Industrieunternehmen seiner Zeit und legte die Grundlagen für sein späteres Medienimperium. Obwohl er nicht direkt an den politischen Schalthebeln saß, nutzte er bürokratische Strukturen, um seine radikalnationalistischen Überzeugungen wirkungsvoll umzusetzen.
Schellhorn zeigt detailliert, wie Hugenbergs Methode, sein Machtverständnis und seine Selbstwahrnehmung als Teil der „wilhelminischen Generation“ sein Handeln prägten. Gleichzeitig wird deutlich: In dieser frühen Phase lagen bereits die Ursachen für sein späteres Scheitern als Vorsitzender der DNVP.
Die Biographie bietet einen differenzierten Blick auf einen Mann, der Medien, Politik und Wirtschaft gleichermaßen beeinflusste – und dessen Wirken bis heute nachhallt.
Michael Schellhorn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Neuere Geschichte II (deutsch-jüdische Geschichte) der Universität Potsdam.
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN: 978-3-525-30332-0
Seiten: 787
Preis: 100,00 Euro
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
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