Bertelsmann Stiftung: Bürgergeldempfänger sind häufig krank und viele suchen keinen Job
Mehr als die Hälfte der Bürgergeldempfänger hat in den zurückliegenden vier Wochen nicht nach einem Job gesucht. Viele der Betroffenen sind nach eigenen Angaben dazu auch gar nicht in der Lage, denn 45 Prozent geben an, an einer psychischen oder chronischen Erkrankung zu leiden. Zugleich sagen aber auch knapp 43 Prozent der Befragten, sie hätten noch nie ein Jobangebot vom Jobcenter erhalten.
Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind laut Statistik arbeitslos und beziehen Bürgergeld, gelten also grundsätzlich als erwerbsfähig. Keine verlässlichen Informationen gab es dagegen bisher darüber, ob und wie intensiv die Betroffenen auf Jobsuche sind und wie gut die Jobcenter sie unterstützen. Eine Befragung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt: 57 Prozent der Befragten geben an, sie hätten in den zurückliegenden vier Wochen gar nicht nach einem Job gesucht, davon 53 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen. Selbst unter den aktiv Suchenden investiert der Großteil vergleichsweise wenig Zeit in die Jobrecherche: Nur 26 Prozent der Befragten suchen bis zu neun Stunden pro Woche. Sechs Prozent investieren 20 Stunden oder mehr in die Suche.