Ausstellungstipp: Niki. Kusama. Murakami. Love for your Infinity
Das Sprengel Museum Hannover zeigt bis zum 14. Februar 2026 die aufwändig inszenierte Ausstellung „Niki. Kusama. Murakami. Love You for Infinity“. Erstmals werden Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami gemeinsam in einer großen Schau präsentiert. Anlass ist der 25. Jahrestag der Schenkung von mehr als 400 Arbeiten durch Niki de Saint Phalle, mit der das hannoversche Museum die weltweit größte Sammlung der Künstlerin besitzt.
Die Ausstellung umfasst rund 120 Exponate – darunter zahlreiche Großformate – aus Malerei, Skulptur, Installation, Grafik und Film. Auf einer Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern führt sie durch zwölf thematisch gegliederte Räume, die mit farbenfrohen Inszenierungen und gezielten Setzungen überraschen.
Liebe, Schiessbilder und Monster
Nach einer Einführung mit einem Überblick über die drei künstlerischen Positionen widmet sich der erste Ausstellungsraum dem Thema Liebe in ihren unterschiedlichen Facetten – in Familie und Partnerschaft, in der Natur oder als Sehnsucht nach Unendlichkeit. Es folgen Niki de Saint Phalles frühe Schießbilder aus den 1960er-Jahren, die Konflikte zwischen den Geschlechtern und gesellschaftliche Rollenmuster aufgreifen.
Weitere Kapitel befassen sich mit Monstern in Gestalt von Schlangen, Drachen und Comicfiguren, die – vordergründig oftmals bunt, verspielt und niedlich – Bedrohung und innere Abgründe hinter der Oberfläche bereithalten. Darstellungen von Sexualität treten als monumentale Phallusskulpturen und
provokante Körperbilder hervor, die zwischen Bedrohung und ironischer Brechung changieren.
Kunst und Kommerz
Die Verknüpfung von Kunst und Kommerz findet sich als Schnittmenge im Werk aller drei Künstler: Niki de Saint Phalles Design-Objekte wie Parfum-Flakons und Accessoires sind hier ebenso vertreten wie Kusamas und Murakamis Kooperationen mit der Modewelt, bei denen charakteristische Bildzeichen wie Punkte und Blumen auf Kleidung oder Champagnerflaschen übertragen werden.
Immersion, Lebensfreude, Vergänglichkeit
Der Abschluss der Schau stellt die Verbindung von Lebensfreude und Vergänglichkeit in den Mittelpunkt. In der großen Ausstellungshalle entsteht ein immersiver Gesamteindruck: Ein verspiegelter Boden verdoppelt die gezeigten Werke und bezieht die Besucher in die Szenerie ein. Präsentiert werden unter anderem Niki de Saint Phalles „Skull (Meditation Room)“, ein begehbarer Raum in Form eines glitzernden Schädels, Kusamas „Infinity Mirrored Room“ sowie Murakamis großformatige Blumenbilder, in denen sich die farbenfrohen Motive in ein dichtes Feld aus Totenköpfen verwandeln. Die Kombination der Werke und die räumliche Inszenierung eröffnen eine Erfahrung, in der Freude und Bedrohung, Fülle und Auflösung, Leben und Tod unmittelbar nebeneinander erfahrbar werden können.



