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Ausstellungstipp: Max Liebermann neu entdeckt - Dokumentation und VR-Erlebnis öffnen ein Fenster in seine verlorene Welt

Am Pariser Platz stand einst das Wohnhaus von Max Liebermann – ein Zentrum der Berliner Kunstszene, im Krieg zerstört und heute digital rekonstruiert. Die Stiftung Brandenburger Tor widmet dem Leben des Künstlers und seiner Familie eine umfassende Dokumentation und erweitert sie seit 2026 um neue Perspektiven.

„Wenn Sie nach Berlin kommen, gleich links“ – mit diesem charmanten Hinweis beschrieb Max Liebermann einst den Weg zu seinem Haus am Pariser Platz. Das Gebäude, im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde in den 1990er-Jahren neu errichtet und beherbergt heute die Stiftung Brandenburger Tor. Dort entsteht mit Liebermanns Welt eine fortlaufend wachsende Dokumentation über das Leben des bedeutenden Malers und seiner Familie.

Max Liebermann (1847–1935) zählt zu den prägenden Figuren der deutschen Kunstgeschichte. Was zu Beginn seiner Karriere als Provokation galt – seine realistischen Darstellungen des Alltags, die ihm den Ruf eines „Armeleutemalers“ einbrachten – entwickelte sich um 1900 zu einer wegweisenden Position. Liebermann wurde zum führenden Vertreter der Moderne, Mitbegründer der Berliner Secession, Präsident der Akademie der Künste und gefragter Porträtist der bürgerlichen Elite im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.

Die Dokumentation beleuchtet nicht nur die künstlerischen Höhepunkte, sondern auch das dunkle Kapitel der Familiengeschichte nach 1933. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann für die jüdische Familie Liebermann eine Zeit der Ausgrenzung, Bedrohung und existenziellen Gefahr.

Seit April 2026 erhält die Dokumentation eine bedeutende Erweiterung: Neue Kapitel widmen sich Martha Liebermann, der Ehefrau des Künstlers, deren Lebensweg bislang wenig Beachtung fand. Die Ergänzungen entstanden in Zusammenarbeit mit der Berliner Künstlerin Josefine Reisch und rücken Martha Liebermann als eigenständige Persönlichkeit der Zeitgeschichte ins Licht.

Weitere geplante Module verbinden historische Forschung mit zeitgenössischen Formaten – darunter eine Hörstation, die Liebermanns Welt akustisch erfahrbar macht.

Virtual-Reality-Erlebnis: „Bei Liebermanns“

Ein besonderes Highlight ist das neue VR-Erlebnis, das das verlorene Wohnhaus und das Atelier Liebermanns digital rekonstruiert. Besucherinnen und Besucher können mit einer VR-Brille durch Musikzimmer, Speisezimmer, Arbeitsräume und das berühmte Glasatelier auf dem Dach wandeln – ein Ort, an dem Liebermann viele seiner bedeutenden Werke schuf.

Der virtuelle Rundgang macht zudem die Kunst Liebermanns und seine einst beeindruckende Sammlung sichtbar, die im Krieg teilweise zerstört oder weltweit verstreut wurde. Werke von Manet, Renoir, Monet, Degas, Cézanne und anderen Meistern erscheinen in einer immersiven Umgebung und lassen die kulturelle Welt des Künstlers neu aufleben.

Das Museum

Max Liebermann Haus
Pariser Platz 7 10117 Berlin

Öffnungszeiten 

Donnerstag – Sonntag
11:00 – 18:00 Uhr

Ticketpreise

3,00 Euro

Mehr Informationen

Stiftung Brandenburger Tor

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Bildnachweis:

Stiftung Brandenburger Tor

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