Entwickelt auf Grundlage des langfristigen Vorbereitungsprogramms Urban Vision und der Citizen Consultations der Biennale, basiert die Manifesta 16 Ruhr auf der Leitidee This is not a church („Das ist keine Kirche“). Anstatt leerstehende oder wenig genutzte Kirchen ausschließlich als architektonisches Erbe zu betrachten, untersucht die Biennale, wie diese Räume zu neuen zivilgesellschaftlichen Ankerpunkten werden oder dazu beitragen können, mehr Nähe und Zusammenhalt in ihren Nachbarschaften zu schaffen. In einer Region, die durch eine polyzentrische Stadtstruktur und sich wandelnde soziale Realitäten geprägt ist, erforscht das Projekt, wie Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zur Rückgewinnung öffentlicher Räume und zur Förderung von Nähe zwischen Bürgern beitragen kann.
In einer Zeit, in der allein in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich mehr als 20.000 Kirchen in Deutschland leerstehen oder entwidmet werden, rückt die Manifesta 16 Ruhr die Zukunft dieser Gebäude auf die nationale Agenda. Durch neue künstlerische Auftragsarbeiten, durch Communities getragene Initiativen und kollaborative Forschungsprojekte präsentiert die Biennale zwölf Beispiele dafür, wie ehemalige Kirchen in Ausstellungsräume, Gärten, Konzerthallen, Kunstschulen, Textilwerkstätten, Kulturzentren und Orte des bürgerschaftlichen Engagements umgewandelt werden können. Ergänzend zur Hauptbiennale erweitert das Programm Manifesta 16+ diesen Ansatz auf das gesamte Ruhrgebiet durch ein Programm mit 16 basisorientierten Initiativen, die Kirchengebäude in sechs weiteren Städten transformieren. Diese Projekte bauen auf lokalem Wissen und gemeinschaftsgetragenen Praktiken auf.
Die Manifesta 16 Ruhr versteht sich nicht nur als Plattform für Ausstellungen, sondern als Inkubator für Wandel und als transdisziplinärer Mechanismus zur urbanen und kulturellen Reaktivierung. Die Biennale und ihr Programm untersuchen, wie die räumlichen Hinterlassenschaften von Industrialisierung, Moderne und institutionellem Rückzug für neue Formen des gemeinschaftlichen Lebens nutzbar gemacht werden können. Das Ruhrgebiet wird dabei als Raum gemeinsamer Transformation verstanden, geprägt von kontinuierlichen Prozessen der Neuerfindung seiner Städte, Gemeinschaften und Infrastrukturen. Dreißig Jahre nach der Gründung der Manifesta im Nachgang des Kalten Krieges reflektiert die Biennale Europa als Raum der Begegnung, Solidarität und kulturellen Zusammenarbeit zu einem Zeitpunkt, an dem diese Werte erneut vor Herausforderungen stehen.
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Ruhr 16 Manifesta
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