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Ausstellungstipp: Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründer­generation nach 1945. Bundestag Berlin

Eine Ausstellung in der Halle des Paul-Löbe-Hauses erinnert der Deutsche Bundestag ab dem 28. Januar 2026 an jüdische Biografien deutscher Parlamentarier nach 1949.

Sie überlebten die nationalsozialistische Terrorherrschaft und glaubten an eine Zukunft in Deutschland – entschlossen, Verantwortung zu übernehmen: im Parlament.

Ich habe mir damals geschworen, falls ich aus dieser Hölle herauskäme, dass ich an einem Wiederaufbau, an einem demokratischen Neubeginn mitwirken würde.

Erik Blumenfeld

Diese Ausstellung dokumentiert die vielfältigen jüdischen Biografien in der Gründergeneration des Deutschen Bundestages. Sie erinnert an die Schicksale von Abgeordneten, die als Jüdinnen und Juden oder wegen ihrer jüdischen Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden, und würdigt ihr Wirken in den kontroversen Debatten um die deutsche Schuld und eine bleibende Verantwortung.

Vergiftete Seelen können nur mit dem Gegengift restloser Aufklärung entgiftet werden.

Jeanette Wolff

Man kann doch nicht sagen: Ich war noch nicht geboren, dieses Erbe geht mich gar nichts an.

Adolf Arndt

Die Frauen und Männer, deren Biografien in dieser Ausstellung dokumentiert werden, bilden keine homogene Gruppe. Nur wenige von ihnen betrachteten sich selbst als Jüdin oder Jude – sie sahen sich als deutsche Patrioten. Dennoch lebten in ihren Biografien Verbindungen zum Judentum fort. Hinzu kamen Fremdzuschreibungen und Erfahrungen mit Antisemitismus – bis hin zur offenen Verfolgung nach 1933. Die Ausstellung nähert sich diesem Erfahrungsraum, ohne den das politische Engagement der Abgeordneten nach 1945 nicht zu verstehen ist, mit zahlreichen Dokumenten und Selbstzeugnissen.

Die deutsch-jüdische Geschichte ist nach 1945 auch als deutsch-deutsche Geschichte zu erzählen, geprägt von politischen Wechselwirkungen und persönlichen Beziehungen. Deshalb porträtiert die Ausstellung auch einzelne prominente jüdische Remigranten und Überlebende, die der ersten DDR-Volkskammer angehörten.

Die Ausstellung ist vom 28. Januar 2026 bis zum 6. März 2026 in der Halle des Paul-Löbe-Hauses, Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin, zu sehen. Sie kann montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist kostenlis.

Besucher melden sich bitte spätestens zwei Werktage vor dem gewünschten Besuchstermin hier an.

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