Cyprien Gaillard bewegt sich in seinen Arbeiten durch Städte und deren Randgebiete. Entropie ist sein Gestaltungsmittel: Erosion und Ablagerungen versteht er als Spuren — nicht einfach als Zeichen von Verlust und Verfall. Seine Werke lehnen Resilienz als Deutungsrahmen ab. Vielmehr zeigen sie das Leben an unwirtlichen Orten als etwas, das einfach fortbesteht — unkommentiert und wertungsfrei. Im Kunsthaus Bregenz montiert Gaillard hinter der Außenfassade eine Baurutsche, durch die bereits mehrfach die Reste von Abrissbauten abtransportiert wurden. Diese Schuttrutsche aus orangefarbenen Röhren, die an Ketten hängend ineinandergeschoben sind, steht für Entsorgung, Dekonstruktion, Zerstörung und einen nicht enden wollenden Umbau.
„Das Projekt richtet den Blick auf die Ränder des städtischen
Gefüges, dort, wo Kontrolle am deutlichsten sichtbar wird.
Entlang der betonierten Kanäle des Los-Angeles-Flusses
dienen Wände als Grenzen zwischen bewohnbarem und
unbewohnbarem Raum. Auf diesen Oberflächen bildet
Graffiti — wiederholt überdeckt durch grobe Schichten von
Farbe, die von den Kommunen aufgetragen wurde — eine
unbeabsichtigte visuelle Sprache. Jeder Akt des Übermalens
unterdrückt Ausdruck und erzeugt zugleich neue Formen.
Auslöschung wird so zu einer Form der Produktion, bei der
das Entfernen selbst als kollektives Fresko Spuren hinterlässt.“Cyprien Gaillard






Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
Postfach 45
6900 Bregenz
Österreich
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag 10—18 Uhr
Donnerstag 10—20 Uhr
Ticketpreise
14,00 Euro
Mehr Informationen
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Bildnachweis:
Kunsthaus Bregenz
© DNEWS24
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
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