Die engagierte Gruppenausstellung, in der viele Werke erstmals in Österreich zu sehen sind, veranschaulicht in fünf Räumen den künstlerischen Wandel von der Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre bis zu zeitgenössischen Positionen. Viele dieser Werke wurden erst jüngst von der SAMMLUNG VERBUND erworben. Die Ausstellung will zur Wertschätzung und Sichtbarkeit der mehrheitlich von Frauen verrichteten Care- und Sorgearbeit beitragen.
Fürsorge, Sorge und Pflege bilden das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Schon der französische Schriftsteller Albert Camus schreibt 1942, als er über den Wert des Lebens nachdenkt, sich auf Martin Heidegger beziehend: „Die einfache Sorge ist aller Dinge Anfang.“ Das Wort „sorgen“ hat eine doppelte Bedeutung: sich sorgen um jemanden und sorgen für jemanden. Während die erste Bedeutung Gefühle und Emotionen anspricht (wir sorgen uns beispielsweise um Familie, Beruf, Finanzen, Klima und Krieg), meint die zweite Bedeutung die ausführende Tätigkeit. Diese hat einen ambivalenten Charakter. Sie kann sich positiv identitätsstiftend auswirken oder ist durch Anstrengung, Pflicht, zeitraubende Belastung und Abhängigkeit gekennzeichnet.
Sorge tragen umfasst ein vielfältiges und großes Feld, wobei sich die Schau mehrheitlich auf soziale Thematiken konzentriert. Die Ausstellung CARE MATTERS der SAMMLUNG VERBUND widmet sich existenziellen Bereichen der Care- und Sorgearbeit und rückt jene Tätigkeiten ins Zentrum, die unseren Alltag bestimmen, sich häufig im Verborgenen ereignen und mehrheitlich von Frauen verrichtet werden.
CARE MATTERS stellt zentrale gesellschaftliche Fragen: Wenn Care-Arbeit essenziell für unser Zusammenleben ist – warum erfährt sie so wenig gesellschaftliche und ökonomische Anerkennung und Wertschätzung? Warum wird der Großteil der Sorgearbeit weiterhin von Frauen, oft unter prekären Verhältnissen, verrichtet? Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur Sichtbarmachung und Wertschätzung jener Arbeit, ohne die unsere Gesellschaft nicht bestehen kann.




Tietze Galleries Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien
Öffnungszeiten
Täglich von 10.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch und Freitag von 10.00 – 21.00 Uhr
Ticketpreise
20,00 Euro
Mehr Informationen
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Bildnachweis:
Kirsten Justesen
Lunch, 1975/2018
68 × 100 cm, Farbfotografie
Courtesy SAMMLUNG VERBUND, Wien © Kirsten Justesen / Bildrecht, Wien 2026
Mary Sibande
They don’t make them like they used to, 2008
104,5 × 69,5 cm, Farbfotografie
Courtesy SAMMLUNG VERBUND, Wien © Mary Sibande
Natalia Iguiñiz Boggio
Charo y Rosario (aus der Serie La Otra), 2001
180 × 120 cm, Farbfotografie
Courtesy SAMMLUNG VERBUND, Wien © Natalia Iguiñiz Boggio
Lorna Simpson
C-Ration, 1991
66 × 125 cm, Schwarz-Weiss-Fotografie
Courtesy SAMMLUNG VERBUND, Wien © Lorna Simpson
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