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Armutsrisiko Rente: Jede zweite Frau fällt trotz 45 Arbeitsjahren unter die Armuts-Schwelle – warum echte Unabhängigkeit im Alter überfällig ist

Neue Zahlen zeigen ein alarmierendes Bild: Mehr als jede zweite Frau mit jahrzehntelanger Erwerbsbiografie erhält eine gesetzliche Rente unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Die Politik verweist auf zusätzliche Einkünfte – doch die Realität vieler Frauen spricht eine andere Sprache.

Deutschland steckt mitten in einer Rentendebatte, die immer drängender wird. Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zeigt, wie groß das finanzielle Risiko im Alter tatsächlich ist. Besonders Frauen sind betroffen – und das, obwohl sie oft über Jahrzehnte gearbeitet, Kinder erzogen und Familien organisiert haben.

Alarmierende Zahlen: Frauen besonders gefährdet

2025 lag die Armutsgefährdungsgrenze bei 1.446 Euro pro Monat. Wer darunter liegt, gilt statistisch als armutsgefährdet. Und genau das trifft auf 52 Prozent der Frauen zu, die mindestens 45 Versicherungsjahre vorweisen können. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sind es sogar rund 54 Prozent.

Bei den Männern sieht es etwas besser aus, aber auch hier ist die Lage kritisch: 23 Prozent der langjährig Versicherten erhalten weniger als 1.446 Euro. In Ostdeutschland liegt der Anteil sogar zwischen 36 und 41 Prozent.

Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen – ein überfälliges Ziel

Die Bundesregierung betont, dass eine niedrige gesetzliche Rente nicht automatisch Armut bedeutet, da Vermögen, weitere Einkünfte oder das Einkommen des Partners nicht berücksichtigt werden. Doch genau hier liegt das Problem: Frauen sollten nach einem langen Erwerbsleben nicht auf das Einkommen eines Partners angewiesen sein müssen.

Finanzielle Selbstständigkeit im Alter ist ein zentraler Baustein für Gleichberechtigung – und für ein Leben ohne Abhängigkeiten oder Sorgen.

Viele Frauen haben über Jahrzehnte in Teilzeit gearbeitet, Care-Arbeit geleistet oder berufliche Pausen eingelegt. Das Ergebnis zeigt sich nun brutal in den Rentenstatistiken. Die Zahlen machen deutlich: Das System benachteiligt Frauen strukturell – und das trotz voller Lebensleistung.

Immer mehr Rentner arbeiten weiter

Ein weiterer Trend verschärft die Lage älterer Menschen: Immer mehr Menschen arbeiten trotz Altersrente weiter. 2025 waren 14 Prozent der 65- bis 74-Jährigen erwerbstätig – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Männer arbeiten häufiger weiter (16 Prozent) als Frauen (11 Prozent).

Besonders auffällig: 19 Prozent der 65- und 66-Jährigen sind weiterhin berufstätig. Selbst bei den 73- und 74-Jährigen arbeiten noch 8 Prozent.

Die meisten arbeiten in Teilzeit oder Minijobs: 40 Prozent weniger als zehn Stunden pro Woche, 25 Prozent zwischen zehn und zwanzig Stunden, 65 Prozent der abhängig Beschäftigten sind geringfügig angestellt.

Was jetzt wichtig ist

Die Zahlen zeigen klar: Die gesetzliche Rente allein reicht für viele Menschen nicht aus – und für Frauen besonders selten. Entscheidend ist, dass die Politik endlich Rahmenbedingungen schafft, die Frauen nach einem langen Erwerbsleben echte finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen. Dazu gehören:

bessere Anerkennung von Care-Arbeit

faire Löhne und gleiche Karrierechancen

ein Rentensystem, das Lebensleistung nicht nur statistisch, sondern real honoriert

Denn ein Leben lang zu arbeiten und im Alter trotzdem nicht über die Runden zu kommen – das darf in einem modernen und immer noch reichen Sozialstaat nicht zur Normalität werden.

Bild: Gemini KI © DNEWS24

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