Die Wirtschaftskrise führt nicht dazu, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden seltener Homeoffice anbieten. Der Anteil an Stellenanzeigen mit Homeoffice-Angebot liegt bei 20 Prozent – und damit auf dem Niveau des Vorjahres (20,6 Prozent). Insbesondere Beschäftigte aus IT-Berufen profitieren vom Angebot. Weit verbreitet ist das Homeoffice zudem in männerdominierten Berufen. Homeoffice-Hauptstadt 2025 ist Stuttgart.
Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht. Heute gibt es bei jedem fünften Jobangebot die Option, remote zu arbeiten. Vor der Corona-Krise boten nur 3,7 Prozent der Online-Stellenangebote die Möglichkeit zum Homeoffice. Bis 2022 stieg das Angebot kräftig auf 16,8 Prozent. Seit 2024 erreicht die Quote rund 20 Prozent – und hält seither dieses Niveau.
Homeoffice bleibt dabei eine Domäne der höher qualifizierten Arbeitnehmer. In gut einem Drittel (35 Prozent) der Stellenanzeigen für Experten (Masterabschluss oder höher) wird ein Homeoffice-Angebot explizit genannt, etwas geringer ist mit 30 Prozent der Anteil bei den Anzeigen für Spezialisten (Meister, Techniker, Bachelor). Nur vier Prozent der Arbeitnehmer auf Helfer-Niveau bekommen ein Homeoffice-Angebot. Je höher die Qualifikation, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, passende Stellenangebote mit Homeofficeangebot zu finden.




Vor allem in Jobs mit einem Männeranteil von mehr als 70 Prozent gibt es die Chance auf Homeoffice. Erst auf dem vierzehnten Platz des Rankings taucht mit der Steuerberatungsfachkraft ein frauendominierter Beruf auf. Insgesamt bieten Arbeitgeber nur für 13 Prozent der frauendominierten Berufe Homeoffice an, bei den männerdominierten Berufen sind es 22 Prozent. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den Experten und Spezialisten 22 Prozent der frauendominierten Expertenberufe wird Remote-Arbeiten angeboten, beim männlichen Gegenpart ist der Anteil mit knapp 46 Prozent mehr als doppelt so hoch.
„Homeoffice ist ein wichtiges Vereinbarkeitsinstrument für Menschen mit Sorgeverantwortung. Gerade für Eltern und Pflegende ist ortsflexibles Arbeiten oft entscheidend, weil zeitraubende Arbeitswege wegfallen – und für Alleinerziehende gilt das in besonderem Maße. Wo mobiles Arbeiten also grundsätzlich möglich ist, sollten Arbeitgeber diese Option klar kommunizieren.
Aber weder der Gender Care Gap noch der Gender Pay Gap verschwinden deshalb automatisch. Wer Homeoffice mit ständiger Verfügbarkeit oder der Verpflichtung zu Überstunden verwechselt, lässt das gleichstellungspolitische Potenzial dieser Arbeitsform ungenutzt. Und es braucht auch Vereinbarkeitsangebote in Berufen mit engem Kontakt zu Menschen – etwa in Erziehung, Pflege und Gesundheit – also in Berufen, die noch immer häufiger von Frauen ausgeübt werden.“
Ein deutliches Gefälle gibt es zwischen Stadt und Land. In den Ballungsräumen mit mehr Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Beschäftigung im Homeoffice anbieten können, findet sich ein größeres Homeofficeangebot. In Großstädten liegt die Quote bei gut 28 Prozent. Homeoffice-Hauptstadt ist Stuttgart mit einer Quote von 38 Prozent. Kurz dahinter folgen Düsseldorf mit 37 und Frankfurt (Main) mit 36 Prozent. Extrem wenig Homeoffice wird in dünn besiedelten Kreisen, zum Bei-spiel in Mecklenburg-Vorpommern, angeboten, vor allem, weil es in Ballungsräumen, im Gegensatz zu ländlichen Regionen, mehr „klassische“ Homeoffice-Anbieter, zum Beispiel IT-Unternehmen gibt.
Bild: senivpedro freepik © DNEWS24
Kontakt: Redaktion@DNEWS24.EU
Sie können diesen Beitrag einfach teilen, benutzen Sie diese Buttons.